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Endokrine Orbitopathie
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Teprotumumab auf dem Markt

Für Patienten mit moderater bis schwerer endokriner Orbitopathie gibt es eine neue Therapieoption. Der Antikörper Teprotumumab kann die Beschwerden signifikant und anhaltend verbessern.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 07.04.2026  07:00 Uhr

Zugelassen ist Teprotumumab (Tepezza® 500 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Amgen) zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren endokrinen Orbitopathie bei Erwachsenen. Eine endokrine Orbitopathie (EO) ist bei sehr vielen Patienten mit der Schilddrüsenerkrankung Morbus Basedow nachweisbar (Kasten).

Die empfohlene Dosis beträgt initial 10 mg/kg Körpergewicht (KG), gefolgt von sieben weiteren Dosen mit 20 mg/kg KG im Abstand von jeweils drei Wochen als intravenöse Infusion. Die gesamte Therapie dauert also 24 Wochen. Bei den ersten beiden Infusionen wird die Lösung über mindestens 90 Minuten infundiert. Treten Infusionsreaktionen auf, sollte der Patient eine Prämedikation mit einem Antihistaminikum, Antipyretikum und/oder Corticosteroid bekommen. Bei guter Verträglichkeit können die Infusionen 3 bis 8 über jeweils 60 Minuten appliziert werden.

Teprotumumab ist ein vollständig humaner monoklonaler IgG1-Antikörper. Er bindet am Rezeptor für IGF-1R (Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor-Rezeptor 1) und blockiert dessen Aktivierung und Signalgebung. Die Überexpression des IGF-1-Rezeptors in den retrobulbären Fibroblasten und den B- und T-Zellen soll eine zentrale Rolle bei der Orbitopathie spielen. Die IGF-1R-Blockade soll Entzündungen, den Umbau von Muskel- und Fettgewebe sowie die Ausdehnung des Gewebes hinter dem Auge reduzieren.

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