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Organspende
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Tattoo-Aktion im Bundestag

Die Linke hat eine Tattoo-Aktion im Bundestag organisiert. Dabei konnte der Organspendeausweis »Opt Ink« tätowiert werden. Mit dem Tattoo wird die Zustimmung zur Organspende ausgedrückt. Andere Parteien loben die Aktion.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 17.06.2026  15:30 Uhr

Ob Organspendeausweis, Kreditkarte mit Organspendeausweis-Funktion oder Tattoo: Es gibt viele Möglichkeiten, seine Zustimmung zur Organspende auszudrücken. Anlässlich des Tages der Organspende am 6. Juni organisierte die Linkspartei eine Tattoo-Aktion im Bundestag. Insgesamt konnten sich 43 Personen, darunter die Abgeordnete Stella Merendino (Die Linke), die Mitglied des Gesundheitsausschusses ist, den Tattoo-Organspendenausweis »Opt Ink« stechen lassen.

Das Organspende-Tattoo wurde Anfang 2023 vom gemeinnützigen Verein »Junge Helden« ins Leben gerufen. Laut Angaben des Vereins bieten es rund 750 Tattoo-Studios in Deutschland kostenlos an. Mehr als 15.000 Menschen haben sich demnach bereits das Symbol tätowieren lassen.

Mehr Einträge im Organspenderegister

Immer mehr Menschen erklären sich über das Register zur Organ- und Gewebespende (OGR) zu einer Spende bereit. Im Jahr 2025 wurden rund 223.000 Erklärungen im Register abgegeben, wie der Jahresbericht des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zeigt. 

Außerdem verzeichnete Deutschland mit 985 Organspenderinnen und Organspendern den höchsten Stand seit 2012. Dies geht aus dem diesjährigen Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervor. Dennoch sei der Bedarf weiterhin groß. Laut der Stiftung warteten Ende Dezember 8.200 Menschen auf ein Spenderorgan.

Über das Thema debattiert am 24. Juni der Bundestag. Dabei geht es um die Einführung der Widerspruchsregelung. Demnach gilt jede volljährige, einwilligungsfähige Person automatisch als Organspenderin beziehungsweise Organspender, es sei denn, sie hat explizit widersprochen.

Aktuell dürfen Organe nur dann entnommen werden, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten zugestimmt hat. Liegt keine Erklärung vor, müssen die Angehörigen den mutmaßlichen Willen der verstorbenen Person einschätzen.

»Ich unterstütze Organspende als Akt gesellschaftlicher Solidarität und halte die Einführung der Widerspruchsregelung für einen wichtigen Schritt, um mehr Menschen eine Chance auf ein lebensrettendes Organ zu geben«, sagte Merendino gegenüber der PZ. Gleichzeitig reicht laut der Politikerin eine gesetzliche Änderung allein nicht aus. »Wir brauchen mehr Transparenz, bessere Aufklärung, verlässliche Strukturen in den Kliniken und eine kritische Auseinandersetzung mit den bestehenden Zuständigkeiten im Organspendesystem.« 

Zustimmung über Parteigrenzen hinweg

Andere Parteien loben die Initiative: »Die Aktion der Linken lenkt Aufmerksamkeit auf ein bedeutsames Thema, das potenziell jeden von uns betreffen kann«, sagte Maria-Lena Weiss, CDU-Abgeordnete und Mitglied des Gesundheitsausschusses, und fügt hinzu: »Sich für ein solches Statement tätowieren zu lassen, ist schon ein starkes Signal. Dafür kann man durchaus Respekt zollen, selbst wenn es nicht der eigene Stil ist.«

Gegenüber der PZ äußert die Juristin aber auch Bedenken und mahnt, dass solche Tattoos keine rechtliche Wirkung entfalten. »Sie sind ein persönliches Zeichen, aber kein Ersatz für einen Organspendeausweis oder einen Eintrag im zentralen Organspende-Register des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.« 

Armin Grau (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Meinung, dass das Organspende-Tattoo für viele Menschen eine gute Möglichkeit ist, ihre Bereitschaft zur Organspende zum Ausdruck zu bringen. 

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