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Virusinfektionen

Studien mit anderen mRNA-Impfstoffen kommen in Schwung

Diese Woche gab Moderna nicht nur Einblick in sein Covid-Programm. Das US-Unternehmen hat erste Daten für seine mRNA-Impfstoffe gegen Zytomegalieviren und das respiratorische Synzytial-Virus vorgelegt. Drei Studien mit HIV-Impfstoffkandidaten sollen starten – und auch ein mRNA-Impfstoff gegen Grippe ist in der Pipeline.
Daniela Hüttemann
15.04.2021  12:47 Uhr

Bislang sind die mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 eine Erfolgsgeschichte. Die Vakzinen von Moderna und Biontech waren die ersten mRNA-basierten Impfstoffe überhaupt, die auf den Markt kamen (und Curevac könnte bald folgen), doch Kandidaten gegen andere Viren standen schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie in den Startlöchern. Ihre Entwicklung nimmt nun Fahrt auf, wie ein Blick in Modernas Pipeline zeigt.

»Wir glauben, dass wir eine einzigartige Möglichkeit haben, neue Impfstoffe gegen für Menschen auf der ganzen Welt schädliche Viren zu entwickeln – in einem Tempo, das sich radikal von dem unterscheidet, wie es die Branche bisher getan hat«, sagte Stéphane Bancel, Chief Executive Officer von Moderna. »Wir arbeiten daran, unsere Impfstoff-Pipeline weiter auszubauen und diese wichtigen Programme zu beschleunigen.« Ein Update über die laufenden Projekte gab das Unternehmen diese Woche. Über das Covid-19-Programm berichteten wir bereits am Vortag.

14 mRNA-Impfstoffkandidaten habe das Unternehmen bislang in die klinische Phase gebracht, noch mehr will das US-Unternehmen in diesem Jahr starten. Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung eines mRNA-Impfstoffs gegen Zytomegalieviren (CMV). Diese Viren sind weit verbreitet und eine Infektion meistens harmlos und symptomlos. Überträgt sich das Virus jedoch von einer Schwangeren auf ihr ungeborenes Kind, kann es zu schweren Schäden bei diesem kommen. Seit vielen Jahren gibt es daher unterschiedliche Ansätze, um dies zu verhindern. Moderna will in diesem Jahr eine Phase-III-Studie für den Impfstoffkandidaten mit dem Kürzel mRNA-1647 starten. Daran sollen 8000 seronegative Frauen im Alter von 16 bis 40 Jahren teilnehmen, um zu prüfen, wie gut die Impfung vor der Primärinfektion schützt.

mRNA-1647 enthält sechs verschiedene mRNA in einer Spritze. Fünf kodieren für Untereinheiten der Virusproteine, die den membrangebundenen Pentamer-Komplex bilden, und eine kodiert für das membrangebundene Glykoprotein B des Virus. Sowohl das Pentamer als auch Glykoprotein B benötigt das Zytomegalievirus, um die Epithelzellen des Menschen infizieren zu können.

Die Zwischenergebnisse der Phase-II-Studie liegen nun vor. Nach drei Impfungen bildeten die Probanden neutralisierende Antikörper gegen CMV. Die drei getesteten Dosen seien gut vertragen worden. Am häufigsten traten typische Impfnebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Fatigue, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Schüttelfrost auf.

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