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Wechseljahrbeschwerden
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Stiftung Warentest bewertet Mittel für die Menopause

Stiftung Warentest hat sich die Studienlage für 57 Präparate gegen Wechseljahrbeschwerden angeschaut und das Nutzen-Risiko-Verhältnis bewertet. Das Ergebnis dürfte Apotheker nicht überraschen.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 22.01.2026  12:30 Uhr

Vom nass geschwitzten Bettlaken bis hin zur aufsteigenden Hitze im wichtigen Jobtermin: Die Hormonumstellungen der Wechseljahre bedeuten für viele Frauen einen Leidensdruck. Es gibt eine gewisse Auswahl an Medikamenten, die individuell infrage kommen können. 57 Produkte hat die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe bewertet. Im Wesentlichen sind zwei große Gruppen zu unterscheiden:

  • Hormonpräparate: Sie gibt es nur auf Rezept. Die Mittel ersetzen die Estrogene, die dem Körper in der Menopause fehlen – in aller Regel kombiniert mit Gestagenen, damit es nicht zu Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut kommt.
  • Pflanzliche Mittel: Sie sind rezeptfrei erhältlich und enthalten Wirkstoffe aus Pflanzen wie der Traubensilberkerze oder dem Rhapontik-Rhabarber. Bewertet wurden nur apothekenpflichtige Präparate.

Zusätzlich gibt es mit Fezolinetant (Veoza®) noch eine nicht hormonelle Alternative, die Stiftung Warentest als »mit Einschränkung geeignet« bewertet, vor allem bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Eine Überlegenheit gegenüber der Hormonersatztherapie (HET) ist nicht belegt; als Nebenwirkung sind Leberschäden möglich. Sie kann eingesetzt werden, wenn eine HET nicht infrage kommt oder die Betroffene sie ablehnt.

Die beste Lösung ist die, die individuell passt

Jeder Körper, jede Menopause ist anders: Gefragt sind Maßnahmen, die individuell passen. »Man muss also mit der Ärztin gut überlegen: Wie hoch ist der eigene Leidensdruck? Was gibt es an individuellen Geschichten wie Vorerkrankungen? Und dann trifft man gemeinsam die Entscheidung für Hormone oder möglicherweise doch auch eine andere Therapie«, erklärt Bettina Sauer, Apothekerin und Redakteurin bei Stiftung Warentest.

Die Hormonpräparate bewertet die Stiftung Warentest als »geeignet«. »Das liegt daran, dass wir sehr gute Nutzennachweise aus hochwertigen Studien haben», sagt Sauer. Demnach können sie gut bei Symptomen wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen helfen.

Die Anwendung kann das Risiko für Thrombosen und langfristig auch für Brustkrebs erhöhen. Daher ist eine möglichst geringe Dosierung wichtig. Gelangen die Hormone über die Haut – also durch Pflaster, Gel oder Sprays – in den Körper, fällt das Thromboserisiko geringer aus als bei der Einnahme von Tabletten.

Phytopharmaka »mit Einschränkung geeignet«

Phytopharmarka wirken schwächer und sind daher laut Stiftung Warentest nur mit Einschränkungen geeignet. Das soll nicht heißen, dass betroffene Frauen es mit den Mitteln nicht versuchen können, »es kann aber sein, dass das bei starken Beschwerden nicht reicht«, so Sauer. Es gebe im Vergleich zu den Hormonpräparaten weniger Erkenntnisse darüber, wie die pflanzlichen Mittel langfristig im Körper wirken. Deshalb rät sie: auf eigene Faust nur ein paar Monate einsetzen. Stiftung Warentest empfiehlt, auch hier Rücksprache mit Arzt und Ärztin halten.

Bewertet wurden Femiloges® mit Rhapontik-Rhabarberwurzel, Klimadynon® und Remifemin® mit Traubensilberkerze-Wurzelstock sowie Remifemin® Plus, das zusätzlich Johanniskraut enthält. 

Fällt die Entscheidung auf eine Hormontherapie, sollte die Dosis jährlich – in Rücksprache mit Arzt oder Ärztin – reduziert werden. Laut dem Frauengesundheitsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) sollte eine Hormonbehandlung maximal fünf Jahre lang durchgeführt werden.

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