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OP-Kleidung
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Statt »Dr. X« heißt es jetzt »Hallo Jens«

In den OP-Sälen des UKM ist jetzt Schluss mit anonymem Gestammel zwischen dem medizinischen Personal. Dank Namensschildern auf der Haube weiß nun jeder, wen er vor sich hat. Das bringt Vorteile für Teamgeist und Sicherheit.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 01.04.2025  07:00 Uhr

Anonym unter der Haube? Keine Chance mehr am Universitätsklinikum Münster (UKM). Dort setzt man nämlich neuerdings auf personalisierte Namensschilder für das OP-Team. Und zwar sind die gut sichtbar vorne am Kopf angebracht. Vor- oder Nachname – je nach persönlicher Präferenz. Auf dem Schild zu sehen ist ebenfalls die Berufsgruppe der Person – allerdings ohne Titel. Das Ziel: bessere Kommunikation und mehr Sicherheit. So können auch die Ärztinnen und Ärzte einzelnen Teammitgliedern besser Aufgaben zuordnen – ein Gewinn für alle.

Besonders in der roboterassistierten Chirurgie hat sich das Konzept als Vorteil herausgestellt. Denn dort steckt das medizinische Personal im wörtlichen Sinne mit dem Kopf in der Konsole. Privatdozent Dr. Jens Hölzen, Bereichsleiter Roboterassistierte Chirurgie am UKM, hat sich die Namensschild-Idee aus den Niederlanden abgeschaut und schwärmt davon, weil er jeden nun persönlich ansprechen kann, die Hierarchien bröckeln und das Miteinander kollegialer wird. Denn wer die Kollegin oder den Kollegen im grünen OP-Outfit identifizieren kann, soll mit ihr oder ihm besser und effektiver zusammenarbeiten können.

Wie das UKM mitteilte, interessieren sich für das Projekt »Power of the First Name« inzwischen auch andere Kliniken hierzulande. Obwohl das Konzept einfach ist, hat es doch einen enormen Wert für eine bessere Führungskultur, Zusammenarbeit und damit letztlich auch eine bessere Versorgungsqualität. Davon ist jedenfalls das UKM überzeugt.

Zu dem Projekt hat das UKM auch ein Youtube-Video erstellt, das hier zu sehen ist:

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