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Dank Spezialmedikamenten
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Stada verzeichnet Wachstum für 2025

Das Unternehmen aus Bad Vilbel in Hessen kann für 2025 Wachstum verkünden. Stada profitiert vom Umbau der vergangenen Jahre und hat unter einem neuen Mehrheitseigentümer viel vor.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 19.03.2026  11:40 Uhr

Der Arzneihersteller Stada konnte dank eines starken Wachstums bei Spezialmedikamenten deutlich zulegen. Wie der Konzern mitteilte, stieg sein bereinigter Umsatz im vergangenen Jahr zu konstanten Wechselkursen um 6 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Der Umsatz zu konstanten Wechselkursen ist eine Finanzkennzahl, die Währungsschwankungen eliminiert, um das rein operative Wachstum eines Unternehmens zu zeigen.

Dabei profitierte Stada vor allem von einem Wachstum bei Biosimilars und innovativen Arzneimittel in Bereichen wie Knochengesundheit, Immunologie, Onkologie und Nierenerkrankungen. Der Umsatz in der Sparte überstieg die Schwelle von einer Milliarde Euro. 

Damit erntet Stada die Früchte seines Umbaus: War das Unternehmen einst vor allem für Generika bekannt, hat es sich in den vergangenen Jahren auf eine breitere Basis gestellt.

Stada: Erfolge bei Uzpruvo und Kinpeygo

»Zu den wichtigsten Treibern zählten das anhaltende Wachstum von Uzpruvo (Ustekinumab), das in allen der über 20 Märkten, in denen die Marke eingeführt wurde, Spitzenpositionen eroberte«, so der Konzern in seiner Pressemitteilung. Uzpruvo ist ein monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der Immunsuppressiva und wird unter anderem zur Therapie der Psoriasis vulgaris und bei Morbus Crohn eingesetzt.

Außerdem plant das Unternehmen im Jahr 2026 fünf Biosimilar-Einführungen, darunter Golimumab zur Behandlung schwerer rheumatischer Erkrankungen sowie Colitis ulcerosa und Tocilizumab, das bei rheumatoider Arthritis, Riesenzellarteriitis, systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (sJIA) und CRS eingesetzt wird.

Eigenen Angaben zufolge erzielte auch Kinpeygo mit dem Wirkstoff Budesonid ein hohes zweistelliges Wachstum. Das Medikament wird zur Behandlung der primären Immunglobulin-A-Nephropathie bei Erwachsenen eingesetzt. Das Unternehmen listet auch die Markteinführung von Lecigon-Darminfusionspumpe in Frankreich und Großbritannien als einen Erfolg auf. Dabei handelte es sich, um eine Therapieoption für Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Parkinson, die unter starken motorischen Schwankungen und Überbewegungen leiden. Auch Apomorphin in einem subkutanen Infusionsgerät zur Behandlung von Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Parkinson hat Stada unter dem Markennamen Onapgo gemeinsam mit seinem Partner Supernus auf dem großen US-Markt eingeführt.

Weitere Erfolge des Unternehmens sind eigenen Angaben zufolge die Markteinführung von Nilotinib und Paclitaxel-Albumin in der Onkologie. Die Onkologie-Pipeline des Unternehmens sei »äußerst vielversprechend« und umfasse Moleküle wie Enzalutamid und Ruxolitinib. 

Generika-Umsätze von Stada stiegen um fünf Prozent

Der bereinigte Konzernumsatz bei Generika stieg 2025 dem Unternehmen zufolge um 5 Prozent. Insbesondere haben die Herz-Kreislauf-Medikamente Apixaban, Dabigatran und Ticagrelor sowie mehrere Statine das Generika-Geschäft vorangetrieben. Das Unternehmen profitierte zudem von der Schließung von Lücken in lokalen Generika-Portfolios, wie mit dem Inhalator Proxor (Beclomethason/Formoterol) im Vereinigten Königreich oder Enoxaparin in Belgien. 

Bei rezeptfreien Markenprodukten wuchs der Umsatz dagegen nur leicht aufgrund einer schwachen Erkältungssaison. Hier ist Stada stark vertreten etwa mit dem Mittel Grippostad. »Außerhalb der Kategorie Husten & Erkältung erzielte Stada ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich, basierend auf der anhaltend starken Performance seiner branchenführenden Anzahl an Top-Marken in verschiedenen Länderkategorien, wie Nizoral, Levomecol und Cetraben in der Dermatologie, Elotrans und Protectis im Bereich Magen-Darm sowie Eunova, Walmark und Natures Aid bei Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln.«

Mehr Online-Geschäft geplant

Das Consumer-Healthcare-Segment verzeichnete weitere Fortschritte durch mehrere bedeutende Markteinführungen und Sortimentserweiterungen, darunter Erweiterungen der Kopfhautpflegemarke Nizoral, einschließlich Nizoral Care Conditioner und Nizoral Cream. Stadas Top-Marke in Großbritannien, Zoflora, profitierte von Sortimentserweiterungen in den Bereichen Haushaltshygiene und Desinfektionsmittel.

Insgesamt stieg der um Sondereffekte und Wechselkursschwankungen bereinigte operative Gewinn (EBIDTDA) um acht Prozent auf 961 Millionen Euro. Ebitda ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Gewinn aus dem Kerngeschäft um Einmaleffekte wie Restrukturierungskosten, Immobilienverkäufe oder Währungsschwankungen korrigiert. Angaben zum Nettogewinn gab es nicht.  Stada will nun sein Online-Geschäft ausbauen und hält sich auch Übernahmen offen. Man prüfe weltweit Akquisitionsziele, sagte Chef Peter Goldschmidt.

Stada will bei Abnehmspritzen einsteigen

»Wir sind mit einer gut gefüllten Entwicklungspipeline und unserer Strategie bestens gerüstet, um die Chancen im Zusammenhang mit dem Exklusivitätsverlust bei GLP-1-Präparaten sowohl im Bereich Diabetes als auch bei der Gewichtsreduktion zu nutzen, wobei wir auf Blockbuster-Marken wie die auf Semaglutid basierenden Präparate Ozempic und Wegovy sowie die auf Liraglutid basierenden Präparate Saxenda und Victoza abzielen. Darüber hinaus ist der SGLT-2-Hemmer Empagliflozin ein wichtiger Bestandteil unserer Pipeline im Bereich Diabetes«, so Goldschmidt. 

Stada war schon in den vergangenen Jahren unter den Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven stark mit Übernahmen gewachsen. Im Herbst hatte der Arzneimittelhersteller einen neuen Mehrheitseigentümer verkündet, die Londoner Investmentgesellschaft Capvest Partners.

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