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Hersteller reagieren
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»Sparpolitik bei Arzneimitteln ist ein Irrweg«

Die Finanzkommission Gesundheit plädierte heute in Berlin für eine einnahmenorientierte Ausgabenpolitik. Dabei gab es auch Empfehlungen, die die Pharmaindustrie betreffen. Die Pharmaverbände werfen der Kommission vor, die internationale geopolitische Lage und den Druck auf die Pharmaindustrie außer Acht gelassen zu haben.
AutorKontaktPZ
Datum 30.03.2026  17:15 Uhr
VCI: »Sparreflexe dürfen Pharmastandort nicht gefährden«

VCI: »Sparreflexe dürfen Pharmastandort nicht gefährden«

In einer Pressemitteilung warnt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) vor Sparanstrengungen, die zulasten des Pharmastandortes Deutschland gehen könnten.

»Die pharmazeutische Industrie entlastet die gesetzlichen Krankenkassen bereits heute mit Zwangsrabatten in Milliardenhöhe«, sagt VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. Weitere Einsparungen seien nicht gerechtfertigt. »Den Druck der US-Regierung auf in Deutschland tätige Unternehmen hat die Kommission außer Acht gelassen. Dabei stehen der Branche durch die US-amerikanische Handels- und Arzneimittelpreispolitik erhebliche Belastungen bevor«, so Entrup.

Ein leistungsfähiges Gesundheitssystem gebe es nur mit der pharmazeutischen Industrie. »Deshalb darf die im Koalitionsvertrag zugesagte Stärkung des Pharmastandorts nicht kurzfristigen Sparreflexen zum Opfer fallen.« Reformen ohne echte Anreize für einen innovationsoffenen Arzneimittelmarkt und ohne wachstumsorientierte Standortpolitik würden ins Leere laufen.

Die Folgen struktureller Fehlanreize seien bereits sichtbar, so der VCI: »Neben Generika könnten künftig auch innovative Arzneimittel nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen.« Zusätzliche Belastungen würden diesen Trend verschärfen und die Versorgungssicherheit weiter gefährden. »Notwendig ist eine langfristig tragfähige Finanzierung, die ineffiziente Strukturen abbaut und verlässliche, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für eine resiliente Gesundheitsversorgung schafft.«

Auch für Apotheken hat die Finanzkommission Gesundheit mehrere Maßnahmen vorgestellt: eine stufenweise Anhebung des Fixums statt einer sofortigen Erhöhung, eine Ausschüttung des Topfs für pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) an den Gesundheitsfonds sowie höhere Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente. Diese liegen aktuell zwischen 5 und 10 Euro, der Korridor soll jedoch auf 7,50 bis maximal 15 Euro angehoben werden. ABDA-Präsident Thomas Preis ordnete im PZ-Interview die für die Apotheken relevanten Themen ein.

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