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Debatte um Kinderkrankentage
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»Signal des Misstrauens gegenüber Eltern«

Wenn Beschäftigte im Job fehlen, um kranke Kinder zu betreuen, können sie einen Ausgleich für Verdienstausfälle bekommen. Eine Verlängerung der Zahl der Tage, an denen das geht, soll wohl auslaufen. Kritik aus den Ländern folgt umgehend.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 25.09.2026  14:50 Uhr

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat sich gegen eine erneute Verlängerung der Zeitspanne ausgesprochen, in der Eltern Anspruch auf Kinderkrankengeld haben. »Das ist eine Regel, die wir eingeführt haben während Corona«, sagte der CDU-Politiker in der Regierungsbefragung im Bundestag. Er fügte hinzu, dass die Politik gut daran tue, »dass Sonderregeln, die es zu Corona gab, wieder zurückgenommen werden.«

Für dieses Jahr gilt nach einer gesetzlichen Festlegung noch eine Verlängerung – nämlich pro Kind und Elternteil von 15 Tagen und für Alleinerziehende von 30 Tagen. Nach Ende von Sonderregelungen in der Corona-Krise war die längere Spanne von 15 Tagen bereits für 2024 und 2025 per Gesetz fortgeschrieben worden. Zuvor waren es zehn Kinderkrankentage pro Jahr und Elternteil.

Anspruch bei Kindern unter zwölf Jahren

Gesetzlich versicherte Eltern können Krankengeld beantragen, wenn ein Kind unter zwölf Jahren krank ist und sie deswegen nicht zur Arbeit gehen können. Die Krankenkasse übernimmt dann einen Großteil des Verdienstausfalls und zahlt Kinderkrankengeld – in der Regel 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Ein Auslaufen der 15-Tage-Regelung für Kinderkrankentage hat Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) als falsches Signal kritisiert. »Familienfreundlichkeit darf sich nicht daran messen, was für die Wirtschaft gerade am bequemsten ist«, sagte Schenk.

Schenk wies darauf hin, dass »allermeisten Eltern« die 15 Tage nicht ausschöpften. Zuletzt sei die Inanspruchnahme sogar zurückgegangen. Im vergangenen Jahr entfielen auf einen eingereichten Kinderkrankenfall im Durchschnitt 2,5 Tage, rechnete die Ministerin vor. »Man darf also die Frage stellen: Wozu braucht es jetzt dieses Signal des Misstrauens gegenüber Eltern?«

Kritik auch von links

Die Linke-Sozialpolitikerin Lena Saniye Güngör sagte, nur weil die Kinderkrankentage aufgebraucht sind, sei ein fieberndes Kind nicht gesund. »Eltern dieses Geld streichen zu wollen, ist ein unwürdiger Versuch, unsoziale Sparmaßnahmen dort durchzudrücken, wo das System ohnehin schon auf Kante genäht ist und es vor allem Frauen sind, die die negativen Folgen ausbaden müssen«, sagte Güngör. Sie forderte eine dauerhafte Sicherung der aktuellen Zahl an Kinderkrankentagen.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die mögliche Reduzierung von Kinderkrankengeldtagen kritisiert. »Das geht gar nicht«, sagte die SPD-Politikerin am Rande der Bundesratssitzung in Berlin. Die SPD habe bei der Gesundheitsreform ganz klar verhandelt, dass es bei den Kinderkrankentagen bleibe, betonte Schwesig. »Wir müssen die Familien in Deutschland stärken, wir müssen sie unterstützen.«

Linnemann wandte sich gegen Kritik, als sollten die Kinderkrankentage ganz abgeschafft werden. »Es werden 10 Tage sein, mal zwei sind 20 Tage im Jahr. Und das hatten wir auch in den ganzen Jahren vor Corona.«

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