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Impulskontrollstörung
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Shoppen gegen Einsamkeit

Auf den Klick folgt der Glücksmoment – und schon ist die nächste Bestellung abgeschickt. Wenn Kaufen Stress, Frust oder Einsamkeit verdrängen soll, kann daraus eine Kaufsucht entstehen. Die Folgen: Scham, Kontrollverlust, Überschuldung. Was Betroffenen hilft, erklären Experten.
AutorKontaktdpa
Datum 26.08.2026  08:00 Uhr

Kaufprotokolle schreiben

Doch was können Betroffene tun, um ihrer Sucht zu entfliehen? Müller empfiehlt unter anderem, Kaufprotokolle zu schreiben – und zwar zu jeder kleinen Ausgabe. Welche Gefühle und Gedanken hatte ich vor und nach dem Kauf? Habe ich die gekauften Waren genutzt? Diese Fragen sollte man sich beantworten, um das eigene Verhalten einordnen, verstehen und damit ändern zu können. Entscheidend für die Überwindung einer Kaufsucht ist laut Müller nämlich vor allem die innere Motivation, das eigene Verhalten ändern zu wollen.

Rasimus rät, einen »Abstand zwischen Reiz und Reaktion zu bringen«. Hierfür empfehlen sich eine 24-Stunden-Regel vor größeren Käufen, feste Budgets und Einkaufslisten. Entsprechende Newsletter sollten Betroffene abbestellen, Shopping-Apps löschen und Zahlungsdaten nicht mehr speichern.

Wichtig ist es auch, die eigenen Trigger zu kennen. Reagiert man etwa besonders stark auf Rabatte, auf Bewertungen oder auf Influencer-Empfehlungen? Wer dies weiß, kann entsprechende Situationen vermeiden oder bewusster damit umgehen.

Wo gibt es Unterstützung?

Viele Menschen mit problematischem Kaufverhalten warten lange, bis sie sich Hilfe suchen. Etwa, bis die finanzielle Not und die psychische Belastung kaum noch auszuhalten sind. Erste Anlaufstelle können Beratungsstellen der Suchthilfe sein. In der Regel empfehlen Experten zur Behandlung eine Psychotherapie, speziell eine kognitive Verhaltenstherapie.

Unter der Kaufsucht leidet aber nicht nur die Person selbst, sondern häufig auch Angehörige und nahestehende Personen. Auch wenn die Situation für Angehörige belastend ist, sollten sie keinesfalls die Augen vor dem Verhalten verschließen oder die Kaufsucht unterstützen, indem sie etwa Geld leihen. Das empfiehlt Müller.

Sinnvoll sei es, das Thema offen anzusprechen. Dabei sollten Angehörige verständnis- und respektvoll bleiben und keine Vorwürfe äußern. Ziel ist es, die betroffene Person möglichst dazu zu motivieren, sich Hilfe zu suchen. Um das Verhalten erfolgreich bekämpfen zu können, müssen Betroffene etwa ergründen, welches eigentliche Bedürfnis hinter dem Shoppingzwang liegt.

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