| Daniela Hüttemann |
| 23.04.2026 15:40 Uhr |
Die Zahl der Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes steigt. / © Getty Images/supersizer
An der randomisierten, doppelblinden PIONEER TEENS-Studie nahmen 132 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren mit Typ-2-Diabetes teil. Sie erhielten über 52 Wochen einmal täglich eine Semaglutid-Tablette oder Placebo in der maximal verträglichen Dosis – zusätzlich zu einer Basisbehandlung mit Metformin, Basisinsulin oder beidem. Untersucht wurden die Dosierungen 3 mg, 7 mg und 14 mg, die für Erwachsene bereits verfügbar sind, in der EU unter dem Namen Rybelsus®. In den USA soll die orale Darreichungsform demnächst als Ozempic® Pill auf den Markt kommen.
Wie Novo Nordisk heute mitteilte, sank bei den jungen Diabetikern der HbA1c-Wert unter Semaglutid-Therapie stärker als unter Placebo bei guter Verträglichkeit. Der Unterschied betrug eine Reduktion um 0,83 Prozent nach 26 Wochen, was als statistisch signifikant eingestuft wurde. Es sei die erste Studie, bei der eine Therapie mit einem oralen GLP-1-Rezeptoragonisten in dieser Altersgruppe durchgeführt wurde. Als Injektion ist Semaglutid in der Indikation Typ-2-Diabetes (Ozempic®) bislang ebenfalls noch nicht für Minderjährige zugelassen, wohl aber als Wegovy® bei Jugendlichen ab zwölf Jahren mit Adipositas.
Die detaillierten Ergebnisse der Studie sind noch nicht in einem wissenschaftlichen Fachjournal veröffentlicht worden. Das Unternehmen kündigte aber bereits an, in der zweiten Jahreshälfte eine entsprechende Zulassungserweiterung für diese Altersgruppe in der EU und in den USA beantragen zu wollen. Es sieht hier einen ungedeckten medizinischen Bedarf. Von einer Indikation bei Adipositas ist bislang nicht die Rede, dürfte aber auf der Agenda stehen.
Nach Angaben von Novo Nordisk lebten 2021 weltweit 14,6 Millionen Heranwachsende mit Typ-2-Diabetes. Die Zahl könnte bis auf 20,9 Millionen im Jahr 2030 stiegen. Aktuell sehen die Leitlinien Metformin und Insulin als Erstlinientherapie bei Typ-2-Diabetikern unter 18 Jahren an, doch mit Metformin werde bei etwa der Hälfte der behandelten Jugendlichen keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erreicht. Unter Insulin komme es häufig zu Unterzuckerungen und Gewichtszunahme.