Pharmazeutische Zeitung online
Apotheker ohne Grenzen

Schwieriges Jahr für pharmazeutische Helfer

Schwieriger als sonst gestaltete sich der Kontakt zu neuen Mitgliedern und das Einwerben von Spendengeldern, da zum Beispiel viele Anlassspenden wie bei Hochzeiten nicht stattfanden. »Die vielen Veranstaltungen für Apotheker fanden nicht oder nur digital statt, daher war es schwieriger, präsent zu sein, doch wir haben das Beste daraus gemacht«, so Fischbach. »Bei den Aktionen sind unsere Mitglieder richtig kreativ geworden.« Die Regionalgruppe Leipzig zum Beispiel veranstaltete einen »Virathon« – zwar lief jeder beim Spendenlauf für sich allein, doch wurde darüber in den sozialen Medien berichtet und viele beteiligten sich mit Spenden. »Das kam so gut an, dass wir es nun jedes Jahr machen wollen.«

Und trotz aller Widrigkeiten konnte ein neues Projekt in Uganda im Oktober starten: Ein Gesundheitszentrum im Süden des ostafrikanischen Landes hat nun eine neue Geburtsstation und eine eigene Apotheke, um den Frauen eine sichere und professionelle Geburt zu ermöglichen. Das erste Baby kam dort im November zur Welt. AoG spendete die Grundausstattung an Medikamenten und Verbandmaterial und hofft, das lokale Personal bald vor Ort persönlich schulen zu können, getreu dem Motto »pharmazeutische Kompetenz im Einsatz für junge Mütter und ihre Babys«.

Weihnachtsgrüße aus dem Gesundheitszentrum in Villa Zagala, Buenos Aires, Argentinien. / Foto: AoG
Der Verein half dieses Jahr nicht nur mit Medikamenten und Verbandmaterial aus, sondern auch Schutzmaterial, Desinfektionsmittel und Seife. / Foto: AoG
Dr. Carina Vetye stellt die Medikamente für einen Patienten in Buenos Aires bereit.  / Foto: AoG

Für die Projektbesuche gelte, dass man die Entwicklung in den einzelnen Ländern und auch in Deutschland im Auge behalten werde. »Für einige Projekte, und insbesondere bei neuen, sind Reisen und damit verbunden unsere Präsenz und der Austausch vor Ort langfristig natürlich wichtig. Zudem sind wir in vielen Gesprächen mit möglichen Partnern für neue Projekte, zum Beispiel wollen wir uns erneut stärker in der Flüchtlingshilfe, voraussichtlich in Griechenland, engagieren«, so Fischbach.

Wenn möglich sollen die Einsatzkräfte-Schulungen im kommenden Jahr wieder stattfinden – dann eben in Einzel- statt in Gruppenzelten, gegebenenfalls mit reduzierter Teilnehmerzahl und mit negativem Test vor Anreise. »Wir halten uns die Option auf jeden Fall bis ins Frühjahr hinein offen. Bis dahin wird sich zeigen, ob Veranstaltungen dieser Art stattfinden können und unter welchen Voraussetzungen dies für uns und die Teilnehmer möglich sein wird«, so Fischbach.

Der Verein hofft weiter auf breite Unterstützung in der Apothekerschaft. Schon das Aufstellen einer Spendenbox hilft. »Wir mussten erkennen, dass in den Projektländern zu der gesundheitlichen die soziale Gefährdung noch in einem viel größeren Ausmaß hinzukommt«, so Apotheker und AoG-Vorstandsvorsitzender Jochen Schreeck. »Armut und Pandemie verschlimmern sich gegenseitig und es ist abzusehen, dass die Folgen der Covid-19-Pandemie uns noch Jahre beschäftigen werden.«

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