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Absatz rückläufig
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Schwache Erkältungssaison belastet OTC-Geschäft

Der OTC-Absatz in Apotheken ist weiter rückläufig. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Die schwache Erkältungssaison sowie die wachsende Online-Konkurrenz belasten das Geschäft.
AutorKontaktPZ
Datum 14.04.2026  09:00 Uhr

Nach den BPI-Zahlen wurden 2025 insgesamt 941 Millionen Packungen nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel abgegeben. Das entspricht einem Rückgang von 1 Prozent gegenüber 2024 mit 951 Millionen Packungen.

Das liegt laut BPI auch an der schwachen Erkältungssaison im Herbst 2025. Ein Rückgang von 3,2 Prozent bei verkauften Packungen gegen Husten, Schnupfen und Atemwegsinfekte fällt stark ins Gewicht, weil Erkältungsmittel die absatzstärkste Produktkategorie im OTC-Markt und mit etwa ein Drittel aller Packungen ausmachen. So habe auch der Mass Market ein Minus von 1,6 Prozent in dieser Kategorie verzeichnet.

Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die Apotheken vor Ort gegenüber dem Versandhandel weiter an Boden verloren haben. Die Versender konnten ihren Absatz 2025 im Vergleich zum Vorjahr sogar von 204 auf 214 Millionen Packungen steigern und damit ihren Marktanteil von 21 auf 23 Prozent weiter ausbauen.

In der Offizin setzte sich der Abwärtstrend beim Absatz dagegen weiter fort: von 747 Millionen Packungen im Jahr 2024 auf 727 Millionen Packungen im vergangenen Jahr. 2023 waren es sogar noch 753 Millionen Packungen. Trotzdem gilt laut BPI-Hauptgeschäftsführer Kai Joachimsen: »Die Apotheke vor Ort ist für OTC-Hersteller der wichtigste Partner. 77 Prozent aller Packungen werden in der Offizin gekauft.«

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel machen etwas mehr als jede zweite abgegebene Packung (51,9 Prozent) aus, wobei der Rx-Anteil auf der anderen Seite beim Umsatz deutlich stärker ins Gewicht fällt. Der OTC-Umsatz insgesamt – online und vor Ort – legte 2025 um 2,6 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu. Die Vor-Ort-Apotheken konnten den Umsatz von 8,67 auf 8,77 Milliarden Euro zwar leicht steigern, doch der Versandhandel konnte seinen Marktanteil dennoch auf 24 Prozent ausbauen.

Longevity-Trend auch in Apotheken

»Das OTC-Segment zeigt im Jahr 2025 Licht und Schatten. Wir beobachten und analysieren die Entwicklungen sehr genau«, so Anja Klauke, Geschäftsfeldleiterin Selbstmedikation beim BPI. Erfreulich ist aus ihrer Sicht, dass Mineralstoffe und Vitamine erfolgreich über die Apotheke vertrieben werden. »Denn das unterstreicht, dass sich der Longevity-Trend auch hier niederschlägt«, so Klauke.

Nach den BPI-Zahlen auf Basis von Erhebungen des Marktforschungsunternehmens IQVIA legte der Absatz von Vitaminen und Mineralstoffen im vergangenen Jahr in der Apotheke um 7,5 Prozent zu.

Der BPI betont die Bedeutung der pharmazeutischen Industrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Mit mehr als 130.000 Beschäftigten seien die Unternehmen ein wichtiger Arbeitgeber hierzulande. Von den rund 670 pharmazeutischen Unternehmen in Deutschland seien 83 Prozent auch im OTC-Segment aktiv.

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