Ude betonte die Bedeutung der langjährigen klinischen Erfahrung, die pharmakologische Charakterisierung und die Leitlinienempfehlung für Butylscopolamin. »Mit Butylscopolamin können wir einen Arzneistoff empfehlen auf evidenzbasierten Grundlagen.«
Als großen Vorteil des Wirkstoffs sieht Ude seine gute Gewebegängigkeit und damit seine periphere Wirkung. »Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass Butylscopolamin nach oraler Einnahme eine wesentlich höhere Konzentration im Uterus und Kolon erreicht als im Blutplasma. Das erklärt die geringe systemische Exposition und geringe zentrale Nebenwirkungen.« Die gezielte Wirkung begründe zum Teil auch die rasche Krampflösung nach 15 Minuten. Weil Butylscopolamin nur milde und meist selbstlimitierende zentrale anticholinerge Wirkungen aufweise, sei es gut für ältere Patienten geeignet, so der Apotheker. Kontraindikationen wie Glaukom oder ein Ileus sind dennoch nicht außer Acht zu lassen.
Was bringt die Kombination von Butylscopolamin mit Paracetamol (Buscopan® Plus)? »Durch die Kombination mit dem AnaIgetikum werden zusätzlich die ischämischen Schmerzen adressiert, also diejenigen, die durch die Prostaglandine provoziert werden. Das ist besonders für die Patientinnen mit Menstruationsbeschwerden von Vorteil. Man hat dadurch zum einen eine schnelle ›erste‹ und zum anderen eine nachhaltige Linderung, weil die Arzneistoff-Kombination kausal und symptomatisch zugleich wirkt.«
Seit 75 Jahren schon bereichert Buscopan® den Markt und ist fester Bestandteil der Therapie von spastischen Beschwerden des Gastrointestinal- und Urogenitaltrakts. Zudem steht Butylscopolamin in seiner intravenösen Formulierung seit 2013 auf der Weltgesundheitsorganisations-(WHO-)Liste der unentbehrlichen Wirkstoffe. In Ampullenform fährt es auch in den allermeisten Rettungswägen in Deutschland mit und gehört damit zur Standard-Erste-Hilfe-Ausstattung, war auf der Presseveranstaltung zu erfahren.