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Leonardo da Vinci

Schielen half beim Malen

Ein Forscher vermutet, dass eine Fehlstellung der Augen von Leonardo da Vinci beim perspektivischen Malen und Zeichnen geholfen hat.  Er habe quasi auf den Blick eines Einäugigen umschalten können.
dpa
22.10.2018  08:56 Uhr

Der italienische Renaissancekünstler habe wahrscheinlich zeitweise nach außen geschielt, argumentiert der Augenarzt Christopher Tyler von der City University of London in der aktuellen Ausgabe des Journals »Jama Ophthalmology«. Durch sein sogenanntes intermittierendes Außenschielen sei es Leonardo da Vinci vermutlich leichter gefallen, etwa Gesichter und Landschaften dreidimensional zu zeichnen.

Für seine Diagnose analysierte Tyler die Augenpaare auf sechs Porträts von Leonardo da Vinci, darunter waren zwei Skulpturen, zwei Ölgemälde und zwei Zeichnungen. Dabei habe er entdeckt, dass ein Auge nach außen gekehrt gewesen sei. Zwar habe es sich nicht bei allen Kunstwerken um Selbstporträts des Künstlers gehandelt. Doch Leonardo da Vinci sei davon ausgegangen, dass alle Porträts eines Künstlers das eigene Aussehen widerspiegelten. Unter den analysierten Kunstwerken war demnach auch der berühmte »Vitruvianische Mensch« in einem Kreis und einem Viereck sowie die erst kürzlich identifizierte Darstellung des »Salvator Mundi«. Auch andere bekannte Künstler wie Rembrandt, Edgar Degas und Pablo Picasso sollen verschiedene Fehlstellungen der Augen gehabt haben.

Foto: Fotolia/ArTo

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