| Alexander Müller |
| 01.07.2026 07:00 Uhr |
Die Noventi-Vorstände Mark Böhm (links) und Frank Steimel kommentieren im Gespräch mit der PZ die Bilanz 2025. / © Noventi
Anfang 2023 hatte Noventi sein Sanierungsprogramm mit dem Titel »Fokussierung 2025« gestartet. Nach dem Rekordverlust von 133 Millionen Euro im Jahr 2022 und 11 Millionen Euro Minus im Jahr 2023 wurde 2024 der erhoffte Turnaround geschafft: 2024 schrieb Noventi mit einem Plus von 6 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen.
Doch im vergangenen Jahr ging es wieder in den roten Bereich: Die Bilanz von 2025 weist einen Fehlbetrag von 15,2 Millionen Euro aus – der Konzernjahresfehlbetrag inklusive Ergebnis nicht beherrschender Anteile liegt sogar bei knapp minus 18,5 Millionen Euro. Finanzvorstand Frank Steimel erklärt im Gespräch mit der PZ, dass dies unter anderem mit dem Abschluss der Sanierung zu tun hat. Dazu zählen Abschlusszahlungen an die Banken, die Set-up-Kosten für den neuen Konsortialkredit oder Anwaltskosten. Ohne die erheblichen Sonderaufwendungen wäre das Ergebnis positiv, so die Interpretation bei Noventi.
In der Bilanz stecken laut dem Finanzvorstand knapp 30 Millionen Euro »neutrale Aufwendungen«, also Kosten, die einmalig sind oder außerordentlichen Charakter haben. So gerechnet hätte Noventi 2025 eigentlich ein Plus von 10 Millionen Euro eingefahren. »So bewerten auch die Banken die Situation«, versichert Steimel. Auch der Rückgang beim Eigenkapital sei eingepreist. Die Eigenkapitalquote liege stabil bei 13 Prozent. »Die ist ein absolut solider Wert und kein Krisensignal«, so Steimel.
Leicht gestiegen sind die Personalkosten – von 91,5 auf 95 Millionen Euro. Dabei handelt es sich aber nicht um Personalzuwachs, sondern um gestiegene Lohnnebenkosten sowie moderate Anpassungen. Was neben den hohen sonstigen Aufwendungen in der Bilanz auffällt, ist der rückläufige Umsatz: 256 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreswert von 262 Millionen Euro bedeuten einen Rückgang von 2,3 Prozent.
Noventi-Vorstand Mark Böhm bewertet auch diese Entwicklung im mittelfristigen Vergleich nicht als schwerwiegend. Der Umsatz habe 2020 noch bei rund 200 Millionen Euro gelegen – in fünf Jahren sei der Wert also um 25 Prozent gesteigert worden.
Woran aber lag der Rückgang im vergangenen Jahr? »Wir sind mit den IT-Themen nicht so schnell vorangekommen, wie wir wollten. Das merken wir«, räumt Böhm ein. Im Zuge der Sanierung hatte Noventi bei den eigenen Softwarelinien aufgeräumt: Pharmasoft wurde Ende 2023 eingestellt, Infopharm Ende 2024 und Mitte 2025 das EDV-System Jump.