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WHO-Studie

Russen trinken mittlerweile weniger als Deutsche

Das als Land hartgesottener Trinker bekannte Russland macht nach einer neuen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) massive Fortschritte im Kampf gegen den Alkohol.
dpa
01.10.2019
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Der Konsum sei von 2003 bis 2016 um 43 Prozent zurückgegangen, teilte die WHO am Dienstag mit. Zugleich habe sich die Lebenserwartung dramatisch erhöht. «Wir zerstören hier ein Klischee von Russland», sagte die WHO-Expertin Carina Ferreira-Borges mit Blick auf die Nation mit im weltweiten Vergleich besonders hohem Alkoholkonsum. Demnach tranken Russen 2016 nur noch 11,7 Liter Alkohol pro Kopf und Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland lag der Wert bei 13,4 Litern. Gemeint ist jeweils reiner Alkohol. Ein halber Liter Bier hat knapp 20 Gramm Alkohol.

«Die Zahlen sind sehr klar und eine Folge verschiedener politischer Initiativen», sagte Ferreira-Borges der Deutschen Presse-Agentur. Russland habe etwa erfolgreich Mindestpreise für Alkohol, höhere Steuern und ein nächtliches Verkaufsverbot eingeführt. Zwar bleibe der Konsum immer noch einer der höchsten weltweit. Trotzdem könne Russland mit seiner Politik im Kampf gegen die hohe Sterblichkeit durch Alkoholkonsum inzwischen Vorbild für andere Staaten sein. Der Zusammenhang zwischen einer erfolgreichen Anti-Alkohol-Politik und einer steigender Lebenserwartung sei am Beispiel Russlands klar belegt, sagte die Wissenschaftlerin.

Die Lebenserwartung habe mit 68 Jahren bei Männern und 78 Jahren bei Frauen einen historischen Höchststand erreicht, heißt es in der Studie. Die ausgewerteten Datensätze zeigten einmal mehr aber auch die tödlichen Folgen von Alkoholkonsum, sagte Ferreira-Borges. Die WHO weist seit langem darauf hin, dass Alkohol als Verursacher von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt. Auch Unfälle und Tötungsverbrechen unter Alkoholeinfluss listen die Experten als gefährliche Folgen des Konsums auf.

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