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Seltene Nebenwirkung

Rote-Hand-Brief für Pentosanpolysulfat

Unter Therapie mit Natrium-Pentosanpolysulfat (Elmiron®) besteht das Risiko, eine pigmentäre Makulopathie zu entwickeln. Vor der seltenen Nebenwirkung warnt Hersteller Bene Arzneimittel in einem Rote-Hand-Brief.
Daniela Hüttemann
18.07.2019  09:30 Uhr

Pentosanpolysulfat ist ein Urologikum, das seit Juni 2017 zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Blasenschmerz-Syndrom (interstitielle Zystitis) zugelassen ist. Das Medikament kann aufgrund seiner strukturellen Ähnlichkeit zum körpereigenen Glykosaminoglykan die geschädigte Blasenwandschicht wieder aufbauen. Bei einigen Patienten kam es unter der Behandlung zu einer pigmentären Makulopathie. Dabei bilden sich verstärkt Pigmente des Gelben Flecks (Makula) der Netzhaut.

Die Nebenwirkung wird als selten eingestuft. Meist hatten die betroffenen Patienten das Arzneimittel dauerhaft und in einer höheren Dosierung als empfohlen (dreimal täglich je 100 mg oral) eingenommen, heißt es im Rote-Hand-Brief. Es sei noch nicht bekannt, ob die Netzhauterkrankung reversibel ist.

Während der Behandlung mit Pentosanpolysulfat sollten die Patienten regelmäßig zur Kontrolle beim Augenarzt gehen. Bei Veränderungen des Sehens wie Leseschwierigkeiten und langsamer Adaption an schlechte oder reduzierte Lichtverhältnisse sollten sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Handelt es sich tatsächlich um eine pigmentäre Makulopathie, sollte der behandelnde Arzt ein Absetzen von Pentosanpolysulfat  in Betracht ziehen.

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