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Psoriasis-Studie

Roflumilast-Creme überzeugt bei Schuppenflechte

Der Phosphodiesterase-4-Hemmer Roflumilast hat in einer Phase-IIb-Studie positive Ergebnisse auf das Hautbild bei Psoriasis gezeigt. Das Besondere daran: Der Wirkstoff wurde nicht eingenommen, sondern lokal aufgetragen.
Sven Siebenand
23.07.2020  15:32 Uhr

In »New England Journal of Medicine« hat ein Autorenteam um Dr. Mark G. Lebwohl von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York City die Ergebnisse der randomisierten Doppelblindstudie mit insgesamt 331 erwachsenen Patienten mit Plaque-Psoriasis veröffentlicht.

In drei Studienarmen haben die Probanden entweder einmal täglich eine 0,3-prozentige Roflumilast-Creme, eine 0,15-prozentige Roflumilast-Creme oder eine Creme ohne Wirkstoff aufgetragen. Für die Auswertung des primären Endpunkts haben die Wissenschaftler den sogenannten IGA-Wert herangezogen. Mit diesem wird auf einer Skala von 0 bis 5 festgelegt, wie schwer eine Schuppenflechte ist. Je niedriger der Wert, desto besser. Nach sechs Wochen Lokaltherapie erreichten in den beiden Roflumilast-Gruppen 28 beziehungsweise 23 Prozent der Patienten einen IGA von 0 oder 1, also ein erscheinungsfreies oder fast erscheinungsfreies Hautbild. In der Placebogruppe war dies nur bei 8 Prozent der Patienten der Fall. 

Auch beim Psoriasis Area and Severity Index (PASI-Score) zur Ermittlung des Schweregrads der Schuppenflechte tat sich in den Roflumilast-Gruppen deutlich mehr als in der Placebogruppe. Zu Beginn der Behandlung lag der PASI-Score in den drei Studiengruppen etwa bei einem Wert von 8. Nach sechswöchiger Behandlung war er unter Roflumilast in beiden Wirkstärken um etwa 50 Prozent niedriger, unter Placebo reduzierte er sich nur um 18 Prozent.

Hinsichtlich der Nebenwirkungen an der Applikationsstelle gab es in den drei Studienarmen keinen Unterschied. Die Forscher schlagen vor, nun längere und größere Studien aufzusetzen, um die Dauerhaftigkeit und Sicherheit der Roflumilast-Lokaltherapie bei Psoriasis näher unter die Lupe zu nehmen.

Hemmt ein Arzneistoff die PDE-4, steigen die intrazellulären cAMP-Spiegel, wodurch die Expression von Zytokinen wie TNF-α, Interleukin-(IL-)23 und -17 und anderen entzündlichen Mediatoren reduziert wird. Zudem beeinflusst cAMP auch die Konzentration antiinflammatorischer Zytokine wie IL-10: Der IL-10-Spiegel steigt.

In Summe wird das Netzwerk von pro- und antiinflammatorischen Mediatoren intrazellulär moduliert, und es kommt zur Downregulation der Entzündungsreaktion. Der PDE-4-Inhibitor Apremilast (Otezla®) wird bei mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis eingesetzt, jedoch oral appliziert. Roflumilast ist in Daxas®-Tabletten enthalten, die jedoch nicht bei Psoriasis zugelassen sind.

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