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Hitzewelle 2018

Rekordsommer sorgte für mehr als 1.000 Todesfälle

Die Hitzewelle im vergangenen Sommer hat Schätzungen zufolge allein in Berlin und Hessen zu mehr als 1.000 Todesfällen geführt, meldet das RKI. Besonders gefährdet sind ältere Menschen. Schätzungen zufolge starben in den extremen Hitzewellen der Jahre 2003, 2006 und 2015 jeweils mehr als 6.000 Menschen in Deutschland.
Christina Hohmann-Jeddi
07.06.2019
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Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin melden, dass im Sommer 2018 in Berlin etwa 490 Menschen aufgrund der Hitzeeinwirkung starben. In Hessen wird die Anzahl hitzebedingter Sterbefälle auf etwa 740 geschätzt. Insgesamt seien das etwa 12 Todesfälle pro 100.000 Einwohner gewesen, heißt es im »Epidemiologischen Bulletin« Nummer 23. Daten für weitere Bundesländer lagen nicht vor. Die Daten für Hessen und Berlin konnten erhoben werden, weil in diesen Ländern ein regionales Monitoringsystem etabliert ist. Ein bundesweites System, das die hitzebedingten Auswirkungen auf Morbidität und Mortalität ermittelt, gibt es in Deutschland – anders als in den meisten anderen europäischen Ländern – nicht, schreibt das RKI.

Besonders gefährdet  bei Hitze sind Menschen über 75 Jahre. In den Altersgruppen der 75- bis 84-Jährigen betrug die hitzebedingte Mortalität etwa 60 pro 100.000 Einwohner und bei den Über-84-Jährigen sogar etwa 300 pro 100.000 Einwohner. Als Risikogruppen werden daneben auch isoliert lebende, pflegebedürftige, stark übergewichtige, chronisch kranke oder demente Menschen sowie Kleinkinder und Säuglinge genannt. Der Sommer 2018 war in Deutschland der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Insgesamt traten in sechs Sommern nach dem Jahr 2000 extreme Hitzewellen auf, die stärkste im Jahr 2003.

Vor Kurzem hatte das RKI erstmals die Zahlen der hitzebedingten Todesfälle für Deutschland für die Jahre 2001 bis 2015 systematisch geschätzt. Wie die Publikation im »Bundesgesundheitsblatt« zeigt, waren die meisten Todesfälle im Jahr 2003 aufgetreten. Damals starben geschätzte 7.600 Menschen aufgrund der Hitze. Im Sommer 2006 waren es 6.200 und in 2015 insgesamt 6.100 Menschen. Auch hier waren vor allem Personen über 75 Jahre betroffen. Gerade bei dieser Risikogruppe sei bei Hitze besonders auf eine verstärkte Flüssigkeitszufuhr und angemessener locker sitzende Kleidung zu achten, sie sollte sich zudem in kühlen Innenräumen aufhalten. Eventuell muss auch an eine Anpassung der Medikation gedacht werden. Welche Auswirkungen Wetterextreme auf den menschlichen Organismus haben können, lesen Sie hier.

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