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Studie

Reduziert Paxlovid das Risiko für Post Covid?

Da die Zulassung von Paxlovid™ auf Risikopersonen beschränkt ist, wird Covid-19 in den meisten Fällen nicht spezifisch therapiert. Das könnte ein Fehler sein, denn jede Erkrankung ist mit einem Risiko für ein Post-Covid-Syndrom verbunden. Und dieses Risiko könnte eine konsequente Behandlung von Covid-19 mit Paxlovid reduzieren, wie eine aktuelle Studie andeutet. 
Theo Dingermann
07.11.2022  13:35 Uhr
Reduziert Paxlovid das Risiko für Post Covid?

Bisher gibt es keine zuverlässigen Prädiktoren für die Entwicklung von Post- beziehungsweise Long Covid nach einer Infektion mit SARS-CoV-2. Selbst bei leichten akuten Krankheitsverläufen kann eine Post-Covid-Symptomatik nicht ausgeschlossen werden. Daher stellt sich die Frage, ob ein so restriktiver Einsatz von Paxlovid – als bisher einzigem verfügbaren SARS-CoV-2-spezifischen Medikament – im Hinblick auf eine potenzielle Verringerung der Folgerisiken von Covid-19 verantwortungsvoll ist. Dr. Yan Xie und Kollegen vom Clinical Epidemiology Center des VA Saint Louis Health Care Systems in Saint Louis, Missouri, sind dieser Frage nun nachgegangen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit publizierten sie jetzt als Preprint auf dem Server »Medrxiv«.

Über die Gesundheitsdatenbanken des US Department of Veterans Affairs identifizierten die Forschenden Nutzer dieses Gesundheitssystems, die zwischen dem 1. März 2022 und dem 30. Juni 2022 positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Unter den 67.579 identifizierten Patienten wählten sie diejenigen aus, die am Tag des positiven Tests nicht ins Krankenhaus eingeliefert wurden und die mindestens einen Risikofaktor für eine schwere Covid-19-Erkrankung aufwiesen. Zu diesen Risikofaktoren zählten ein Alter ab 60 Jahre, ein BMI über 25, ein aktiver Raucherstatus, eine Krebs-, Herz-Kreislauf-, Nieren- oder chronische Lungenerkrankung, Diabetes sowie Immunstörungen. Ferner differenzierte Das Team um Xie zwischen Patienten, die innerhalb von fünf Tagen nach dem positiven SARS-CoV-2-Test mit Paxlovid (Nirmatrelvir plus Ritonavir) behandelt wurden (n = 9217) und denjenigen, die während der akuten Phase der SARS-CoV-2-Infektion keine antivirale Covid-19-Behandlung oder Antikörperbehandlung erhalten hatten (Kontrollgruppe, n = 47.123).

Auf Basis dieser Daten schätzten die Forschenden die Wirkung von Paxlovid mit Blick auf zwölf vordefinierte Post-Covid-Symptome ein. Dazu errechneten sie die Hazard Ratio (HR) und die jeweils absolute Risikoreduktion (ARR) in Prozent nach 90 Tagen.

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