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Redcare wird schweigsamer

Der Versender Redcare (ehemals Shop-Apotheke) hat laut den veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal Umsatz und Ertrag gesteigert, will Investoren künftig aber seltener über den Geschäftsverlauf informieren. Zusammen mit der Prognose weckt das Zweifel an der dauerhaften Profitabilität.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 29.07.2026  07:25 Uhr

Beim Umsatz konnte Redcare in Q2 im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 853 Millionen Euro zulegen. Vor allem das Rx-Geschäft in Deutschland ist weiter dynamisch (+58 Prozent), insgesamt wuchs das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln um 34 Prozent auf 339 Millionen Euro. Der Non-Rx-Umsatz legte dagegen um 13 Prozent auf 515 Millionen Euro zu.

Als Bruttoergebnis weist Redcare für das zweite Quartal dieses Jahres 189 Millionen Euro aus, die Bruttomarge lag demnach bei 22,1 Prozent, verglichen mit 23,8 Prozent im zweiten Quartal 2025. Als Ursache für den Rückgang macht Redcare den gestiegenen Anteil des margenschwächeren Rx-Geschäfts aus sowie die niedrigere Bruttomarge im Non-Rx-Geschäft.

Die verbesserte Kostenquote schreibt Redcare »effizienteren« Marketingausgaben sowie Skaleneffekten zu. Und die 136 Millionen Euro für bereinigte Vertriebskosten entsprechen noch 16 Prozent des Umsatzes, verglichen mit 130 Millionen Euro und 18,4 Prozent im Vorjahresquartal. Die aktive Kundenbasis beziffert Redcare zu Ende Juni mit 14,7 Millionen, das seien 1,2 Millionen mehr im Jahresvergleich und eine halbe Million im zweiten Quartal.

Prognose bleibt trotz starkem Q2

Redcare-CEO Olaf Heinrich sieht ein starkes zweites Quartal mit beschleunigtem Wachstum und einem dynamischen Rx-Geschäft in Deutschland. »Besonders hervorzuheben ist, dass unser internationales Segment erstmals ein positives EBITDA erzielt hat«, so Heinrich.

Obwohl Redcare die bereinigte EBITDA-Marge von 2,6 auf 3,5 Prozent verbessern konnte, bleibt die Prognose für das Gesamtjahr zwischen 2,5 und 3 Prozent. Entweder bleibt das Management bewusst vorsichtig oder es erwartet eine Margenabschwächung im zweiten Halbjahr.

Investoren müssen sich künftig mit weniger Zwischeninformationen begnügen: »Redcare Pharmacy wird künftig auf die Veröffentlichung vorläufiger Quartalsmitteilungen verzichten«, teilte der Versender mit. Einzige Ausnahme bleibe ein jährliches Trading Update im Januar. Sämtliche finanziellen und operativen Informationen sollen künftig gemeinsam an einem Termin veröffentlicht werden.

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