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Kommentar

Realistisch bleiben

Ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wäre die wirksamste Maßnahme, den problematischen Auswirkungen des EuGH-Urteils von 2016 auf das deutsche System der Arzneimittelversorgung zu begegnen. Leider ist das Rx-Versandverbot aber nicht durchsetzbar. Daran ändern auch die größte E-Petition in der Geschichte der Bundesrepublik und ein erneuter Bundesratsbeschluss nichts.
Sven Siebenand
25.09.2019  18:14 Uhr

Diese Einschätzung des ABDA-Präsidenten ist leider mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig, dennoch hört man es als Apotheker nicht gerne. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Nur so kann zu erklären sein, warum Friedemann Schmidt heute vergleichsweise wenig Applaus für seine Rede von den Kollegen bekommen hat.

Einigkeit dürfte darin bestehen, dass die Zeit drängt und Verzögerungen im Gesetzgebungsprozess zum Apotheken-Stärkungsgesetz VOASG absolut kontraproduktiv sind. Als völlig indiskutabel ist in diesem Zusammenhang auch der überraschende Vorschlag des CDU-Gesundheitsexperten Michael Hennrich zu werten. Via »Handelsblatt« fordert er, in der Gesetzgebung »zurück auf null« zu gehen, weil die Situation extrem verworren sei. Dafür ist keine Zeit mehr. Die geplanten Verbesserungen, die das VOASG bringt, müssen nun erstmal gesichert werden. Gut, dass Hennrichs Meinung offenbar nicht die seiner Fraktion wiedergibt. Zumindest hat die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karin Maag, ihrem Parteikollegen widersprochen.

 

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