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Plötzlicher Herzstillstand

Rasche Reanimation rettet Leben

Im Notfall sollten Anwesende nach dem Motto »Prüfen, Rufen, Drücken« bei einem Betroffenen zuerst prüfen, ob er ansprechbar ist und normal atmet. Bei fehlender Atmung oder Schnappatmung sollte als nächstes über die Notrufnummer 112 Hilfe gerufen werden. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte sollte dann die Herzdruckmassage ausgeführt werden. Durch diese wird das Blut in geringem Maße durch den Körper gepumpt, wodurch ein Absterben des Gehirngewebes verhindert werden kann. Diese Maßnahme verdreifacht die Überlebenschancen des Patienten.

Zur Reanimation ist Ende März dieses Jahres eine aktualisierte Leitlinie des GRC erschienen. Die zentralen Aussagen zur Durchführung einer Wiederbelebung wurden in der überarbeiteten Fassung weitgehend beibehalten, neu ist allerdings ein Kapitel zur Epidemiologie und zu »Systemen, die Leben retten«. Eines dieser Systeme ist die Telefonreanimation, die telefonische Anleitung zu Wiederbelebungsmaßnahmen durch Personal der Einsatzleitstellen. Hierbei fragen die in Leitstellen Tätigen strukturiert die wichtigsten Informationen beim Anrufenden ab, schicken danach einen Rettungswagen zum Notfallort und instruieren dann den Anrufenden, wie die Reanimation durchzuführen ist. Das soll die Unsicherheit der Notfallzeugen reduzieren, die eine der häufigsten Gründe ist, warum keine Laienreanimation begonnen wird.

Von der Telefonreanimation erwartet der GRC eine Verdopplung des Überlebens. Noch wird das Verfahren aber nicht flächendeckend eingesetzt. Dem Jahresbericht des Deutschen Reanimationsregisters für 2019 zufolge wurde Telefonreanimation bei weniger als jedem Vierten infrage kommenden Notfallpatienten angewendet.

Gesteigert werden sollte laut GRC auch die Ausbildung in Wiederbelebung an Schulen. Diese ist nicht bundeweit, sondern in einzelnen Bundesländern etabliert. Durch Erhöhen der Laienreanimationsquote ließen sich in Deutschland jedes Jahr 10.000 Menschenleben retten.

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