| Annette Rößler |
| 09.03.2026 16:20 Uhr |
Der Krankheitsverlauf der Teilnehmenden wurde über zwei Jahre anhand von sechs Werten verfolgt: verbales Gedächtnis (beurteilt anhand des Tests CVLT-II delayed recall), visuell-räumliches Gedächtnis (beurteilt anhand des Tests BVMT-R™), Alzheimer-typische kognitive Veränderungen (beurteilt anhand des Tests PACC), die Volumina von Hippocampus und corticaler grauer Substanz sowie BDNF. In keinem dieser Endpunkte konnte ein signifikanter Vorteil durch die Lithiumgabe demonstriert werden.
Tendenziell besser schnitten die Probanden in der Lithiumgruppe allerdings bei der Messung des verbalen Gedächtnisses ab: Bei ihnen betrug der Rückgang auf dem verwendeten Score 0,73 Punkte pro Jahr, während es bei den Probanden der Placebogruppe 1,42 Punkte pro Jahr waren.
In der Diskussion führt das Autorenteam um Professor Dr. Ariel G. Gildengers verschiedene mögliche Gründe dafür an, warum im Ergebnis keine Wirksamkeit für Lithium in der gewählten Form gezeigt werden konnte:
Ein weiteres wichtiges Ergebnis mit Blick auf mögliche künftige Studien ist, dass Lithiumcarbonat in Dosen von mehr als 300 mg täglich von älteren Menschen nur sehr schlecht vertragen wird. Wahrscheinlich wäre es auch deshalb schlauer, stattdessen einmal Lithiumorotat in einer klinischen Studie bei Alzheimer beziehungsweise MCI zu testen.