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AOK-Heilmittelreport
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Qualität der Versorgung bleibt weitgehend eine »Black Box«

Heilmittel zählen zu den am schnellsten wachsenden Ausgabenbereichen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der neue AOK-Heilmittelreport analysiert, warum die Kosten auf fast 15 Milliarden Euro gestiegen sind und warum die Versorgungsqualität nicht transparent ist.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 09.06.2026  15:00 Uhr

Akademisierung stärkt evidenzbasierte Therapieentscheidungen

Auch Christian Kopkow, Professor für Physiotherapie an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und Mitherausgeber des Heilmittelreports, betonte die Bedeutung einer Akademisierung. Diese sei eine »grundsätzliche Voraussetzung« dafür, dass die Gesundheitsberufe im Heilmittelbereich eine eigenständige Forschungsstruktur aufbauen könnten. Nur dann könnten sie Studien durchführen und zu einer wissenschaftlichen Wissensbasis für die Heilmittelversorgung beitragen. Internationale Erfahrungen würden zeigen, dass eine stärkere Akademisierung der Ausbildung evidenzbasierte Therapieentscheidungen fördern und die interprofessionelle Zusammenarbeit stärken könne.

Voraussetzung für eine gelingende interprofessionelle Versorgung sei zudem eine gemeinsame Ausbildung der verschiedenen Berufsgruppen, betonte Kopkow. Das interprofessionelle Lehren und Lernen müsse »kontinuierlich und verbindlich in den Ausbildungen von Gesundheitsfachkräften verankert werden«, so Kopkow. Des Weiteren sprach er über die Bedeutung wissenschaftlicher Evidenz und Leitlinien für die Heilmittelversorgung. Er kritisierte, dass viele Therapeutinnen und Therapeuten Leitlinien nicht kennen oder nicht konsequent anwenden und teilweise weiterhin Verfahren nutzen, für die keine wissenschaftliche Evidenz vorliege. Um die Versorgungsqualität zu verbessern, müsse die Leitlinienorientierung gestärkt werden. Kopkow: »Stillstand ist Rückschritt.«

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