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AOK-Heilmittelreport
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Qualität der Versorgung bleibt weitgehend eine »Black Box«

Heilmittel zählen zu den am schnellsten wachsenden Ausgabenbereichen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der neue AOK-Heilmittelreport analysiert, warum die Kosten auf fast 15 Milliarden Euro gestiegen sind und warum die Versorgungsqualität nicht transparent ist.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 09.06.2026  15:00 Uhr

Die Ausgaben für Heilmittel steigen weiterhin stark und zählen bereits zu den dynamischsten Kostenbereichen der Gesetzlichen Krankenversicherung, betonte Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, bei der Vorstellung des Heilmittelreports 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Zu den Heilmitteln zählen therapeutische Leistungen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie, die ärztlich verordnet werden können.

Laut Report haben die Gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2024 knapp 13,3 Milliarden Euro für Heilmitteltherapien ihrer Versicherten ausgegeben. Damit haben sich die Ausgaben innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Ende 2025 lagen die GKV-Ausgaben für diesen Bereich bereits bei 14,7 Milliarden Euro. Dieser Trend setzt sich mit einer Steigerungsrate von 8,7 Prozent im ersten Quartal 2026 fort. Mit 69,7 Prozent entfielen im Jahr 2024 mehr als zwei Drittel des Heilmittelumsatzes der GKV auf Physiotherapien. Auch bei den abgerechneten Verordnungen hat die Physiotherapie mit 82,4 Prozent den höchsten Anteil.

Verantwortlich für die Ausgabensteigerungen sind unter anderem eine bundesweite Angleichung des Vergütungsniveaus für die Leistungserbringer im Jahr 2019 und die Entkopplung der Vergütung von der Entwicklung der Grundlohnsumme in den Folgejahren, heißt es in dem Bericht. Zuletzt habe die Einführung der Blankoverordnung im Jahr 2024 für einen Anstieg der Kosten bei bestimmten Indikationen gesorgt. Diese kann für bestimmte Diagnosen im Bereich der Ergotherapie und für die Physiotherapie bei Erkrankungen im Bereich des Schultergelenks ausgestellt werden. Nach der ärztlichen Diagnose können die Therapeutinnen und Therapeuten dann eigenverantwortlich über das Heilmittel, die Behandlungsfrequenz und die Menge der Behandlungen entscheiden.

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