| Alexandra Amanatidou |
| 08.07.2026 15:45 Uhr |
Während die Bundesregierung von Kürzungen spricht, fordert die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), dass die Prävention psychischer Störungen zum festen Bestandteil nationaler Gesundheitspolitik wird – nach dem Prinzip »Mental Health in All Policies«. Damit soll psychische Gesundheit als ressortübergreifende Aufgabe auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene verankert werden. Insbesondere fordert die DGPPN den Ausbau von Angeboten der Prävention und Frühintervention für junge Menschen sowie mehr Unterstützung für Kinder psychisch und suchtkranker Eltern.
Denn obwohl die Bundesregierung im Koalitionsvertrag die Strategie »Mentale Gesundheit für junge Menschen« angekündigt hat, kommt bei den Schulen bislang zu wenig an. Laut dem aktuellen Deutschen Schulbarometer 2025/26 der Robert-Bosch-Stiftung nimmt die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen erstmals seit der Corona-Pandemie wieder zu. Konkret fühlt sich ein Viertel (25 Prozent) der Schülerinnen und Schüler psychisch belastet. Zum Vergleich: Im Jahr davor waren es 21 Prozent. 47 Prozent der Lehrkräfte berichten zudem von Unterstützungsbedarf im Umgang mit psychisch belasteten Schülerinnen und Schülern.
»Insbesondere in den letzten Jahren seit der Corona-Pandemie hat sich das Problem noch weiter verschärft«, so Christina Jochim. »Aber auch andere Unterstützungssysteme für belastete Kinder und Jugendliche wie die Schulsozialarbeit oder die Jugendhilfe sind oft am Rande ihrer Kapazitäten.«