Es gibt aber eine Reihe von Anzeichen, auf die Eltern bei ihren Kindern achten können. Dazu können zum Beispiel unspezifische Bauchschmerzen zählen, ein plötzlicher Leistungsabfall, sozialer Rückzug oder Wut und Aggressionen. Auch Schlaf- oder Essstörungen zählen zu den häufigsten Stresssymptomen. Wer solche Anzeichen wahrnimmt, sollte sich auf Ursachensuche machen. Was löst den Schulstress aus? Wichtig ist, dass Eltern ihr Kind und seine Symptome ernst nehmen.
Am besten nehmen sich Eltern Zeit, Sohn oder Tochter in entspannter Atmosphäre von den Problemen erzählen zu lassen und aufmerksam zuzuhören. Statt pauschaler Aufmunterungsversuche wie »Das schaffst du schon« sollten Eltern signalisieren, dass sie ihr Kind unterstützen und gemeinsam nach Lösungen suchen.
In einem ersten Schritt gegen Schulstress können Eltern laut Familienportal NRW auf einen verlässlichen Tagesablauf sowie einen geregelten Schlafrhythmus für ihre Kinder achten. Zeit für Bewegung im Freien sorgt für körperlichen Ausgleich. Auch die eigene Haltung als Vater oder Mutter kann eine Rolle beim Thema Leistungsdruck spielen. Die sollten Eltern reflektieren.
Hilfreich sind Fragen wie: Überfordere ich mein Kind? Ist das Lerntempo individuell angemessen? Kritisiere ich mein Kind – womöglich auch unbeabsichtigt oder unterbewusst – für Fehler? Bekommt es unabhängig von schulischen Leistungen Lob? Spielen Noten eine Rolle dabei, wie ich meinem Kind begegne? Schlechte Noten sollten kein Anlass für Strafen oder Liebesentzug sein. Vergleiche ich mein Kind mit anderen? Oder vermittle ich selbst Gelassenheit?
Nicht zuletzt können Eltern Hilfe in Anspruch nehmen, wenn ihr Kind unter Schulstress und Leistungsdruck leidet. Erste Anlaufstellen können Lehrkräfte sein. Der Klassenlehrer oder eine Vertrauenslehrerin können dabei helfen, das Ausmaß der Belastung richtig einzuschätzen.
Daneben begleitet und berät der schulpsychologische Dienst Schülerinnen und Schüler bei Lernauffälligkeiten und psychischen Krisen. Angebote der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie gibt es aber nicht an allen Schulen, was etwa von Schulleitungen regelmäßig kritisiert wird.
Zeigen sich gesundheitliche Probleme über längere Zeit, sollte ein Kinder- und Jugendarzt ernsthafte Erkrankungen ausschießen. In psychischen Krisen helfen zudem spezialisierte Familienberatungsstellen oder die Elternberatung der Telefonseelsorge.
Das Virus SARS-CoV-2 hat unsere Welt verändert. Seit Ende 2019 verbreitet sich der Erreger von Covid-19 und stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen. Sie hat sie angenommen und rasch Tests und Impfungen, auch für Kinder, entwickelt. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronavirus.