| Annette Rößler |
| 19.03.2026 16:20 Uhr |
Unabhängige Experten loben das Studiendesign und den Beitrag, den die Studie für die Beurteilung des Stellenwerts von Psilocybin in der Depressionsbehandlung leistet. »Die Daten sind für mich sehr stimmig und reflektieren die klinische Wirksamkeit wohl realistischer als frühere Studien mit weniger strenger Methodik«, sagte Professor Dr. Matthias Liechti, Pharmakologe am Universitätsspital Basel in der Schweiz. Trotz der verfehlten statistischen Signifikanz im primären Endpunkt hält er das Ergebnis für klinisch relevant und vielversprechend.
Zurückhaltender äußert sich Professor Dr. Gregor Hasler, Ordinarius für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Freiburg in der Schweiz: »Der negative primäre Endpunkt ist klinisch entscheidend und lässt sich durch sekundäre Analysen nicht kompensieren. Insgesamt relativiert die Studie damit die bislang sehr optimistischen Erwartungen an Psilocybin als Antidepressivum.« Hasler verweist auch auf die Nebenwirkungen. Diese seien bei so schwer erkrankten Patienten »leider nicht überraschend« und verdeutlichten, wie wichtig bei psychedelischen Therapien die gründliche Vorbereitung, Betreuung und Nachsorge sind.
Liechti geht dennoch davon aus, dass es in den kommenden Jahren Zulassungsanträge für Psychedelika geben wird, zunächst in den USA. »In Europa dürften Behandlungen vorerst noch für einige Zeit nur in Studien oder in speziellen limitierten Zugangsprogrammen möglich sein. Längerfristig wird sich die Behandlung aber vermutlich als Zweitlinientherapie oder für einen Teil der Patienten etablieren«, so seine Einschätzung.