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Arzneistoffe zum Abnehmen im Kommen

Von Semaglutid über Tirzepatid zu Triple-G-Agonisten – wird mit mehr Targets auch immer mehr Gewichtsverlust möglich? Und wann kommen die neuen Adipositas-Medikamente auf den deutschen Markt? Das erklärt PZ-Redakteurin Daniela Hüttemann in der aktuellen Folge »PZ Nachgefragt«.
Carolin Lang
14.04.2023  16:00 Uhr

Arzneistoffe zum Abnehmen sind gefragt. Das zeigt aktuell das Beispiel Semaglutid: Der GLP-1-Agonist ist hierzulande bereits seit 2018 als Ozempic® auf dem Markt – und zwar eigentlich zur Behandlung des unzureichend kontrollierten Typ-2-Diabetes. Doch nachdem vor allem über soziale Medien verbreitet wurde, dass Semaglutid in höherer Dosierung auch sehr gut die Pfunde purzeln lässt – und zwar nicht nur bei Menschen mit Typ-2-Diabetes – kann Hersteller Novo Nordisk die gestiegene Nachfrage nicht mehr bedienen. Erst kürzlich teilte die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) mit, dass der aktuelle Lieferengpass für das Antidiabetikum hierzulande wohl noch das gesamte Jahr 2023 andauern wird. 

Nicht nur gefährdet der Off-Label-Gebrauch von Ozempic aktuell also die Versorgung von Menschen mit Typ-2-Diabetes, problematisch sei auch, dass man nicht wisse, wie sich Semaglutid auf Normalgewichtige auswirke, erklärt Hüttemann. »Dazu gibt es überhaupt keine Untersuchungen«, betont die Apothekerin. Zwar ist Semaglutid als Wegovy® in der EU auch schon zur Gewichtsregulierung zugelassen, allerdings in höherer Dosierung und nur bei adipösen Erwachsenen und Übergewichtigen mit weiteren Risikofaktoren. 

Semaglutid kriegt Konkurrenz 

Ein weiterer Arzneistoff, der in der EU bereits als Antidiabetikum zugelassen, aber noch nicht auf dem deutschen Markt ist, ist Tirzepatid. Der duale GLP-1- und GIP-Agonist könnte Semaglutid künftig möglicherweise Konkurrenz machen, meint Hüttemann: »Wir haben schon bei Semaglutid wahnsinnig tolle Erfolge von bis zu 20 Prozent Verlust des ursprünglichen Körpergewichts. Das Tirzepatid schafft nochmal mehr.« Wann mit der Markteinführung in Deutschland zu rechnen ist, berichtet Hüttemann. 

Noch mehr Gewichtsverlust sei vermutlich mit den sogenannten Triple-G-Agonisten, die neben GLP-1 und GIP auch Glucagon stimulieren, zu erzielen, schildert Hüttemann weiter und stellt den am weitesten in der Entwicklung fortgeschrittenen Kandidaten  kurz vor. Erste Phase-I- und Phase-II-Studien deuteten an, dass hier bis zu 30 Prozent Gewichtsverlust möglich seien, berichtet sie und ordnet ein: »Das ist immens. Das ist mindestens so viel, wie man mit einem Magen-Bypass erreicht«.

Zur ganzen Folge »PZ Nachgefragt« geht es hier:  

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