| Kerstin A. Gräfe |
| 07.10.2020 16:30 Uhr |
»Die eigentlichen Gegner für uns als Apotheker sind aber nicht die Phytosimilars, sondern die Nahrungsergänzungsmittel und die Medizinprodukte«, sagte Braun. Allein in Deutschland gebe es weit mehr als 2000 Produkte mit dem Label »Ginkgo«. 95 Prozent davon seien keine Arzneimittel. Hier habe der Apotheker eine Lotsenfunktion, um anhand des Zulassungsstatus dem Kunden die Unterschiede aufzuzeigen.
Auch Margit Schlenk, Inhaberin der Moritz Apotheke in Nürnberg und der NM Vital Apotheke in Neumarkt, betonte die wichtige Funktion des Apothekers als Patientenschützer: »Der Apotheker ist derjenige, der den Kunden durch den Dschungel der ähnlich wirkenden Präparate führt«. Die Apothekerin stellte zudem die Frage nach dem Nutzen von Phytosimilars. Günstiger hergestellt werden könnten sie nicht, da Qualität nun mal ihren Preis habe. Sie würde es begrüßen, wenn das Geld anderweitig investiert würde, nämlich in Heilpflanzen, die mit dem Well-established-Use-Status belegt seien, von denen es in Deutschland aber noch keine Fertigpräparate gebe, so Schlenk. Dies würde den Arzneischatz ausweiten, was den Ärzten, den Apothekern und nicht zuletzt den Patienten zugute komme.