Einen besonderen wissenschaftlichen Rahmen bildeten die Plenarvorträge renommierter Gastreferenten. Der emeritierte Professor Dr. Theo Dingermann, der an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main lehrte und forschte, widmete sich in seinem Vortrag »Impfung gegen Krebs? Alles andere als ein Selbstläufer« den Herausforderungen und Perspektiven moderner onkologischer Impfstrategien. Verständlich, fundiert und zugleich visionär zeigte er auf, welche Rolle innovative Impfstrategien künftig in der Onkologie spielen könnten – ein Thema, das nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich großes Interesse weckt.
Für einen bewussten Perspektivwechsel sorgte anschließend Dr. Matthias Burghart vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg mit seinem Vortrag »Die dunkle Seite der Persönlichkeit: Psychopathie und antisoziales Verhalten«. Der Beitrag gewährte spannende Einblicke in ein hochaktuelles Forschungsfeld und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und interdisziplinär wissenschaftliche Fragestellungen sein können. In der anschließenden Diskussion zeigte sich ein großes Interesse seitens des Publikums, das sich in zahlreichen Fragen und Denkanstößen widerspiegelte.
Im Zentrum des Symposiums standen die studentischen Projektarbeiten, die sich mit Volkskrankheiten befassten. Präsentiert wurden Projekte zu: Diabetes mellitus, Erkrankungen des Gastro-Intestinal-Trakts und der Schilddrüse, Depressionen, Adipositas/Hypercholesterinämie, Hypertonie sowie Kopfschmerzen und Migräne.
Die Studierenden stellten ihre Ergebnisse in Vorträgen und Posterpräsentationen vor und diskutierten diese intensiv mit dem Fachpublikum. Die Schwerpunkte zeigten sich dabei ebenso vielseitig wie unterschiedlich: von naturwissenschaftlich-analytisch bis praxisnah und kreativ.
Die Projektarbeiten der Pharmschool wurden während der gesamten Prozesse intensiv vom Koordinationsteam – bestehend aus Dr. Frauke Weber und Dr. Stefan Esch – begleitet und tatkräftig unterstützt. Ebenso ermöglichte die Betreuung durch die jeweiligen Mentorinnen und Mentoren, die Projekte auszuarbeiten und umzusetzen.
Der Höhepunkt und zugleich der Abschluss der Veranstaltung war die Preisverleihung für die zwei herausragendsten Poster sowie die beste Präsentation. Die Entscheidung fiel der Jury, vertreten durch Dr. Frank Begrow und Dr. Jandirk Sendker, dabei keineswegs leicht.
Der Vortragspreis ging an die Gruppe Diabetes mellitus, die in ihrem Projekt versucht hatte, durch Modifikation der Tablettenformulierung von Metformin den für den Wirkstoff typischen fischartigen Geruch zu reduzieren und damit die Akzeptanz des Arzneimittels zu verbessern. Dieser Ansatz zeigte, dass selbst hartnäckige Geruchsprobleme mit etwas pharmazeutischer Kreativität angegangen werden können und bietet mögliche Anknüpfungspunkte für eine Weiterentwicklung.
Die beiden Posterpreise gingen an die Gruppen Hypertonie und Adipositas/Hypercholesterinämie. Im Rahmen der Klinischen Pharmazie hatte die Gruppe Hypertonie durch praxisnahe Blutdruckmessungen anschaulich gezeigt, welchen Einfluss fehlerhafte Messtechniken auf die Ergebnisse und damit auf die Interpretation der Blutdruckwerte haben.
Die Gruppe Adipositas/Hypercholesterinämie hatte sich in ihrem Projekt mit der praktischen Relevanz der Nüchternperiode von acht bis zwölf Stunden befasst, die zur labordiagnostischen Erfassung der Blutfettwerte empfohlen wird. Dafür hatten sie einen studentischen Selbstversuch durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass Gesamtcholesterinwerte nicht nur vom zeitlichen Abstand zur letzten Mahlzeit, sondern auch stark vom Zeitpunkt der Blutentnahme abhängt.