Fachlich stark und präsentationssicher: Die Gruppe »Diabetes mellitus« sicherte sich am Ende den Vortragspreis. / © Charlotte Winkel
Im Mittelpunkt des Projekts standen dabei nicht nur fachliche Inhalte, sondern vor allem Eigeninitiative,
kreatives Denken und der Mut, sich anspruchsvollen Problemstellungen zu stellen. Dass der Weg zu einem überzeugenden Ergebnis selten gradlinig verläuft, zeigte sich insbesondere in den Laborarbeiten: Fehlversuche, unerwartete Ergebnisse und daraus entstehende Frustration gehören ebenso zum Lernprozess wie der Erfolg am Ende.
Gerade diese Erfahrungen machten das 24. Pharmschool-Symposium zu mehr als einer reinen Präsentationsveranstaltung. Es bot einen lebendigen und realistischen Vorgeschmack auf das spätere Berufsleben, in dem Flexibilität, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, Probleme eigenständig zu lösen, täglich gefordert sind.
Wie in den vergangenen Jahren wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort von Professor Dr. Klaus Langer, Direktor des Institutes für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie und Sprecher der Pharmschool, eröffnet. Darin betonte er die Bedeutung eines forschungsorientierten Lehrformats für eine zeitgemäße pharmazeutische Ausbildung und stimmte das Publikum auf das abwechslungsreiche Programm ein.
Eingangsbereich des PharmaCampus an der Uni Münster / © Charlotte Winkel
Im Anschluss richtete der Vertreter der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Dr. Oliver Schwalbe, einige Worte an das Publikum und unterstrich die Relevanz wissenschaftlicher Kompetenzen für die Berufspraxis sowie die Bedeutung von Engagement, Nachwuchsförderung und fachlichem Austausch.
Professor Dr. Ulrike Weyland, Prorektorin für Studium und Lehre der Universität Münster, würdigte das Engagement der Studierenden sowie die innovative Lehrstruktur der Pharmschool. In seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) nutzte Professor Dr.
Georg Hempel per Videomeeting die Gelegenheit, die Bedeutung der DPhG hervorzuheben. Er zeigte auf, warum das Engagement in der Fachgesellschaft weit über eine formale Mitgliedschaft hinausgeht, und betonte den besonderen Wert des fachlichen Austausches, der wissenschaftlichen Vernetzung sowie der aktiven Mitgestaltung pharmazeutischer Forschung und Lehre.
Die Moderation übernahmen die Studentinnen Kim Josefin Becker und Christin Hehmann, die strukturiert und souverän durch das Programm führten. Ihre Moderation verband die einzelnen Programmpunkte auf angenehme Weise und trug maßgeblich zu der durchweg positiven Atmosphäre bei.
Einen besonderen wissenschaftlichen Rahmen bildeten die Plenarvorträge renommierter Gastreferenten. Der emeritierte Professor Dr. Theo Dingermann, der an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main lehrte und forschte, widmete sich in seinem Vortrag »Impfung gegen Krebs? Alles andere als ein Selbstläufer« den Herausforderungen und Perspektiven moderner onkologischer Impfstrategien. Verständlich, fundiert und zugleich visionär zeigte er auf, welche Rolle innovative Impfstrategien künftig in der Onkologie spielen könnten – ein Thema, das nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich großes Interesse weckt.
Für einen bewussten Perspektivwechsel sorgte anschließend Dr. Matthias Burghart vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg mit seinem Vortrag »Die dunkle Seite der Persönlichkeit: Psychopathie und antisoziales Verhalten«. Der Beitrag gewährte spannende Einblicke in ein hochaktuelles Forschungsfeld und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und interdisziplinär wissenschaftliche Fragestellungen sein können. In der anschließenden Diskussion zeigte sich ein großes Interesse seitens des Publikums, das sich in zahlreichen Fragen und Denkanstößen widerspiegelte.
Im Zentrum des Symposiums standen die studentischen Projektarbeiten, die sich mit Volkskrankheiten befassten. Präsentiert wurden Projekte zu: Diabetes mellitus, Erkrankungen des Gastro-Intestinal-Trakts und der Schilddrüse, Depressionen, Adipositas/Hypercholesterinämie, Hypertonie sowie Kopfschmerzen und Migräne.
Die Studierenden stellten ihre Ergebnisse in Vorträgen und Posterpräsentationen vor und diskutierten diese intensiv mit dem Fachpublikum. Die Schwerpunkte zeigten sich dabei ebenso vielseitig wie unterschiedlich: von naturwissenschaftlich-analytisch bis praxisnah und kreativ.
Die Projektarbeiten der Pharmschool wurden während der gesamten Prozesse intensiv vom Koordinationsteam – bestehend aus Dr. Frauke Weber und Dr. Stefan Esch – begleitet und tatkräftig unterstützt. Ebenso ermöglichte die Betreuung durch die jeweiligen Mentorinnen und Mentoren, die Projekte auszuarbeiten und umzusetzen.
Der Höhepunkt und zugleich der Abschluss der Veranstaltung war die Preisverleihung für die zwei herausragendsten Poster sowie die beste Präsentation. Die Entscheidung fiel der Jury, vertreten durch Dr. Frank Begrow und Dr. Jandirk Sendker, dabei keineswegs leicht.
Der Vortragspreis ging an die Gruppe Diabetes mellitus, die in ihrem Projekt versucht hatte, durch Modifikation der Tablettenformulierung von Metformin den für den Wirkstoff typischen fischartigen Geruch zu reduzieren und damit die Akzeptanz des Arzneimittels zu verbessern. Dieser Ansatz zeigte, dass selbst hartnäckige Geruchsprobleme mit etwas pharmazeutischer Kreativität angegangen werden können und bietet mögliche Anknüpfungspunkte für eine Weiterentwicklung.
Die beiden Posterpreise gingen an die Gruppen Hypertonie und Adipositas/Hypercholesterinämie. Im Rahmen der Klinischen Pharmazie hatte die Gruppe Hypertonie durch praxisnahe Blutdruckmessungen anschaulich gezeigt, welchen Einfluss fehlerhafte Messtechniken auf die Ergebnisse und damit auf die Interpretation der Blutdruckwerte haben.
Die Gruppe Adipositas/Hypercholesterinämie hatte sich in ihrem Projekt mit der praktischen Relevanz der Nüchternperiode von acht bis zwölf Stunden befasst, die zur labordiagnostischen Erfassung der Blutfettwerte empfohlen wird. Dafür hatten sie einen studentischen Selbstversuch durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass Gesamtcholesterinwerte nicht nur vom zeitlichen Abstand zur letzten Mahlzeit, sondern auch stark vom Zeitpunkt der Blutentnahme abhängt.
Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren, deren Engagement maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen und deren Durchführung erst ermöglicht hat. In den Pausen bot sich nicht nur die Gelegenheit, in den fachlichen Austausch mit den anwesenden Sponsoren zu gehen, sondern man konnte auch die Poster der Projektgruppen genauer betrachten und sich über Inhalte, Methoden und Ergebnisse austauschen.
Dr. Stefan Esch und Dr. Frauke Weber erhielten ein »Dankeschön« des veranstaltenden Semesters. / © Charlotte Winkel
Auch für eine angemessene Verpflegung war gesorgt, sodass sich bei Speis und Trank die Möglichkeit für Gespräche und Vernetzung unter den Teilnehmenden bot. Das 24. Pharmschool-Symposium zeigte erneut eindrucksvoll, wie kompetent Studierende an wissenschaftliche Fragestellungen herangehen und ihre Ergebnisse auf einem hohen fachlichen Niveau vorstellen. Damit leistet diese Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zur Förderung des pharmazeutischen Nachwuchses und zur Stärkung des wissenschaftlichen Austauschs.
Angesichts der vielfältigen Beiträge, der engagierten Beteiligung aller Mitwirkenden und der positiven Resonanz darf man bereits jetzt gespannt auf das nächste Pharmschool-Symposium blicken.