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Globale Marktanalyse

Pharmaindustrie schafft 400 Übernahmen in fünf Jahren

Von 2014 bis zum ersten Halbjahr 2019 hat es in der Pharmaindustrie weltweit mehr als 400 Fusionen und Übernahmen gegeben, wie das internationale Marktforschungsunternehmen GlobalData berichtet. Besonders häufig wechselten demnach solche Unternehmen den Besitzer, die in der Gentherapie, der Krebsimmuntherapie, im Bereich Mikrobiom oder seltenen Erkrankungen aktiv sind.
Julia Endris
01.10.2019
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Der aktuelle Bericht von GlobalData zeigt, dass die nordamerikanische Pharmaindustrie doppelt so viele Akquisitionen getätigt hat wie europäische und siebenmal mehr als in der Region Asien-Pazifik. In Europa gab es noch dreimal so viele Übernahmen wie in Asien. Laut GlobalData ist Nordamerika nicht nur bei der Gesamtzahl der Akquisitionen führend, sondern auch in jedem der Therapiegebiete, die Unternehmen bevorzugt kaufen. Am häufigsten wurden Firmen übernommen, die im Bereich der Immunonkologie tätig sind und das in allen drei untersuchten Regionen.


Besonders sind laut Auswertung Pharmaunternehmen an Akquisitionen interessiert, deren Pipeline spärlich oder wenig differenziert ist, oder deren Medikamente kurz vor dem Patentablauf - und damit kurz vor einer generischen Erosion - stehen. Obwohl Lizenzvereinbarungen kostengünstiger seien, stellten Übernahmen weiterhin eine beträchtliche Anzahl von Transaktionen in der pharmazeutischen Industrie dar, heißt es. Denn diese hätten für den Käufer den großen Vorteil, die vollständige Kontrolle über die Unternehmen und ihre Produkte zu erlangen, so Jesus Cuaron, stellvertretender Direktor für den Geschäftsbereich Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen bei GlobalData.

Zwei große Übernahmen 2019

In der Pharmabranche gehöre die Übernahme von Shire durch Takeda im Wert von rund 80 Milliarden US-Dollar, die am 7. Januar 2019 abgeschlossen wurde, zu den bedeutendsten Ankäufen der letzten fünf Jahre.  Die Übernahme des Biotech-Unternehmens Celgene durch Bristol-Myers Squibb (BMS) ist zurzeit im vollen Gange und soll laut »Handelsblatt« bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. BMS lässt sich die Übernahme rund 74 Milliarden Dollar kosten.

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