Tazaroten flexibel kombinierbar |
| 04.09.2000 00:00 Uhr |
Seit rund drei Jahren als Monotherapeutikum bei leicht bis mäßig ausgeprägter Plaques-Psoriasis zugelassen, macht Tazaroten in letzter Zeit auch als Kombinationspartner von Steroiden und von UV-B-Strahlung auf sich aufmerksam.
Das Retinoid Tazaroten ist ein topisch applizierbares Vitamin-A-Säure-Derivat. Über die Bindung der eigentlichen Wirkform, der Tazaroten-Säure, an die Retinoid-Säure-Rezeptoren wird die Transkription von Genen, die Proliferation und Differenzierung der Keratinozyten beeinflussen, reguliert. Damit greift Tazaroten in die drei pathogenen Hauptfaktoren der Psoriasis ein: Es normalisiert den Vorgang der Hautdifferenzierung, den Zustrom von Entzündungsmarkern und die Hyperproliferation der Keratinozyten.
Bei den Nebenwirkungen von Tazaroten-Gel (Zorac 1%, 0,05%) stehen Hautreizungen ganz oben. Deshalb empfiehlt es sich, auf die niedrigere Tazaroten-Konzentration auszuweichen oder Tazaroten mit einem topischem Steroid zu kombinieren, heißt es in einer Presseinformation von Pierre Fabre. Glucocorticoide und Tazaroten scheinen synergistisch zu wirken, denn die Psoriasis-Plaques heilen schon nach weniger als zwei Wochen ab. Zudem steigt durch die Kombinationstherapie die Erfolgsrate: Nach zwölf Behandlungswochen sind die Plaques zu rund 90 Prozent abgeheilt, Tazaroten plus Placebo schaffte nur eine 75-prozentige Plaques-Besserung. Das ergab eine doppelblinde Studie mit 300 Psoriatikern.
Auch in Kombination mit der Fototherapie hat sich Tazaroten bewährt. So reduziert es sowohl in Kombination mit konventionellem Breitspektrum-UV-B als auch mit Schmalspektrum-UV-B (311 nm) die kumulativen UV-B-Dosen. Heute bevorzugt man das Schmalspektrum-UV-B-Licht, denn durch die hochselektive Bestrahlung mit 311 nm wird ein besseres antipsoriatisches Spektrum bei gleichzeitig geringerer erythematogener Potenz erreicht, informiert die Pressemeldung. Dies erlaubt ein deutlich aggressiveres Vorgehen im antipsoriatrischen Wellenlängenbereich und somit eine bessere therapeutische Effizienz. In der Kombination mit Tazaroten nehmen innerhalb von vier bis sechs Wochen bei den meisten Patienten die Symptome um 90 Prozent ab. Auch hier gilt: Die Wirkung der Kombinationstherapie tritt schneller ein.
Außerdem lässt sich Tazaroten wirkungsvoll zusammen mit verschiedenen Formen der
Fotochemotherapie einsetzen, also der Behandlung mit Psoralen plus UV-A-Licht. So sinkt
bei der Kombination mit der peroralen PUVA-Therapie die kumulative UV-A-Dosis. Auch in
Kombination mit der PUVA-Badetherapie vermindern sich Behandlungsdauer und kumulative
UV-A-Dosis.
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