Tierarzneimittel aus der Apotheke |
| 09.10.2000 00:00 Uhr |
Nur ein Randgebiet, aber dennoch lohnend für wissensdurstige PTA: Tierarzneimittel aus der Apotheke. Wer hier aktiv beraten will, muss sich zunächst gut einlesen und informieren, riet die Essener Apothekerin Dr. Antje May-Manke beim PTA-Forum.
5,2 Millionen Hunde, 6,5 Millionen Katzen und 750 000 Pferde sind die Lieblinge der Deutschen. Die meisten werden vom Tierarzt versorgt, der Tierarzneimittel laut Arzneimittelgesetz § 43 vorrätig halten und abgeben kann. Dies sind Arzneimittel im Sinne von § 2 AMG, Fütterungsarzneimittel und Arzneimittelvormischungen sowie Tierimpfstoffe. Nicht dazu gehören Lebensmittel wie Welpenmilch, Tierkosmetika (Huf- oder Melkfett), Futtermittel und -zusatzstoffe.
Wichtig bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen: In der Regel sind Wartezeiten definiert, damit "gesundheitlich nicht unbedenkliche" Stoffe nicht in die Nahrungskette gelangen. Zu diesen Nutztieren zählen laut May-Manke auch Pferde, Tauben oder Kaninchen, die aus Liebhaberei gehalten werden. Die Wartezeit ist auf der Arzneipackung angegeben.
Mensch und Tier reagieren auf Arzneimittel oft ganz unterschiedlich, zeigte die Apothekerin am Beispiel der Metabolisierung von Acetylsalicylsäure zu Salicylsäure. Deren Halbwertszeit beträgt bei Ziege und Pferd nur 0,8 bis 1 Stunde, beim Menschen aber 20 bis 24 Stunden. Ibuprofen hat bei Hunden eine sehr geringe therapeutische Breite und darf ebenso wie Paracetamol niemals eingesetzt werden. Paracetamol ist auch für Katzen absolut tabu. Dafür eignet sich Metamizol als Schmerzmittel. Topische H1-Antihistaminika können bei Hund und Katze milde Allergien lindern. Besser ist natürlich, den Auslöser zu identifizieren, zum Beispiel Futter oder Flohbefall.
Haut- und Fellschäden, dauerndes Scheuern und wundgekratzte Hautstellen können auf
Flöhe hindeuten. Das Fell des Tieres und die Umgebung regelmäßig auf Flöhe und Flohkot
untersuchen, riet May-Manke und wusste einen guten Tipp: Flohkot sieht aus wie schwarze
Krümel, die sich bei Benetzen mit Wasser (Löschpapier) rot färben. Bei starkem
Flohbefall muss das Tier zum Tierarzt.
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