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Orale Covid-19-Therapie

Pfizers Paxlovid punktet

Das Pharmaunternehmen Pfizer hat positive Ergebnisse aus einer Studie mit dem oralen antiviralen Wirkstoffkandidaten PF-07321332 vorgestellt. Bei der US-Arzneimittelbehörde FDA sollen die Daten nun schnellstmöglich eingereicht werden, um einer Notfallzulassung für das PF-07321332-haltige Präparat Paxlovid™ näher zu kommen. Ritonavir ist an dieser Therapie ebenfalls beteiligt – zum Boostern.
Sven Siebenand
05.11.2021  17:20 Uhr

Pfizer geht in einer Pressemitteilung auf die Ergebnisse einer geplanten Zwischenanalyse der Phase-II/-III-Studie EPIC-HR (Evaluation of Protease Inhibition for COVID-19 in High-Risk Patients) ein. Diese zeigt, dass Paxlovid bei Covid-19-Patienten mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen um 89 Prozent gegenüber Placebo senkt. Voraussetzung war, dass die Patienten innerhalb von drei Tagen nach Einsetzen der Symptome behandelt wurden.

Die Studienmedikation wurde alle zwölf Stunden über fünf Tage eingenommen. Während unter Paxlovid innerhalb eines Beobachtungszeitraumes von 28 Tagen 0,8 Prozent der Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten oder verstarben, waren es in der Placebogruppe 7 Prozent der Patienten. Ähnliche Verringerungen von Covid-19-bedingten Krankenhausaufenthalten oder Todesfällen wurden bei Patienten beobachtet, die innerhalb von fünf Tagen nach Einsetzen der Symptome behandelt wurden. 1 Prozent der Patienten in der Verumgruppe und 6,7 Prozent der Patienten in der Placebogruppe wurden hospitalisiert oder verstarben.

PF-07321332 hemmt die Vermehrung von SARS-CoV-2, indem es eine wichtige virale Protease mit dem Kürzel 3CL blockiert. Das Coronavirus benötigt dieses Enzym für die Replikation. Die gleichzeitige Anwendung mit einer niedrigen Dosis von Ritonavir hilft, den Abbau von PF-07321332 zu verlangsamen, sodass es bei höheren Konzentrationen für längere Zeit im Körper aktiv bleibt.

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