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Telepharmazie
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Persönliche Beratung per Video und Chat

Telemedizin ist durch die Pandemie, neue technische Möglichkeiten und nicht zuletzt die Bedürfnisse der Patienten ein stark wachsender Markt. Die Telepharmazie hinkt da noch etwas hinterher. Welche Chancen bietet sie und wie können Apotheken es angehen?
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 11.08.2024  08:00 Uhr

Ortstermin: Apotheker und PTA im Telefondienst

Für jede Apotheke gewohnter Alltag ist die direkte Beantwortung von Fragen am Telefon. Ortsbesuch in der Vita Apotheke in Hamburg-Eimsbüttel: Hier ist das Telefon täglich zwischen 10 und 20 Uhr von einem Apotheker, einer Apothekerin oder PTA besetzt, der oder die nur dafür zuständig ist. »Hier laufen erst einmal alle Anrufe ein«, erklärt Inhaberin Melanie Tilgner. Falls die Leitung belegt ist, wird zunächst auf die PKA-Arbeitsplätze weitergeleitet. Alternativ springt seit etwa einem Dreivierteljahr ein intelligenter Anrufbeantworter an.

Der KI-basierte Telefonassistent, der ursprünglich von Ärzten und MFA für Arztpraxen entwickelt wurde, geht sofort ran, fragt nach dem Anliegen des Anrufers, kategorisiert es und transkribiert die hinterlassene Nachricht, die anschließend auf dem Monitor des pharmazeutischen Telefon-Arbeitsplatzes läuft. Dort wird die Anfrage schnellstmöglich bearbeitet, gegebenenfalls mit umgehendem Rückruf. »Wir sehen hier einen hohen Bedarf, der seit der Coronapandemie gestiegen ist und anhält«, so Tilgner. Das Feedback der meisten Patienten auf die telefonische Beratung und auch die zwischengeschaltete KI sei sehr gut. Neben Bestellungen und den üblichen Fragen zu Verfügbarkeiten nutzten Patienten den Telefonservice auch gern für Nachfragen zu ihren Medikamenten oder bei akuten Beschwerden.

In der Vita Apotheke wechseln sich fünf Apothekerinnen und PTA täglich am Telefon-Desk ab, der ins Backoffice integriert ist. PTA Paula Asmus steht hier einmal pro Woche und mag die Abwechslung zur Offizin, da sie hier mehr Zeit für die Recherche hat und in ruhigerem Rahmen auf die Fragen des Patienten eingehen kann. Neue Mitarbeiter würden oft mit dem Telefondienst anfangen, um die Abläufe der Apotheke kennenzulernen, erklärt sie.

Dabei erfordert auch diese Position laut Tilgner ein gewisses Multitasking und eine gute Selbstorganisation, da auch die Bestellungen über andere Kanäle hier eingehen und für den Botendienst vorbereitet werden.

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