| Lukas Brockfeld |
| 25.06.2026 09:30 Uhr |
Michael Wünning erklärte, dass es schon heute viele Regeln zur Patientensteuerung gebe, die aber kaum jemand befolge. »Wir haben bei uns in Hamburg ein Zentrum mit 42.000 Patienten und wir versorgen zu zwei Dritteln ambulante Patienten«, klagte der Arzt und forderte ebenfalls Sanktionen für die Patienten. »Ich frage mich, warum ich mit meinem Team jeden Tag Dinge tue, die ich nicht tun muss. Und ich frage mich auch, warum der Gesetzgeber nicht handelt.«
»Es gibt Patienten, die waren noch nie in einer Praxis, die gehen ausschließlich in die Notfallambulanzen«, sagte Andreas Gassen. »In solchen Fällen ist die Triagierung vorher durchzuführen. Es bleibe ein Kernproblem, dass die Praxen nur begrenzt Patienten aufnehmen können. und aktuell sind es immer die schnellsten und lautesten Patienten, die sich die begrenzten Termine sichern.« Daher brauche man verbindliche Steuerungsmechanismen, die sich an der medizinischen Notwendigkeit orientieren.
Doch Verbindlichkeit allein schafft noch keine gute Patientensteuerung. »Es wird dann zum Gamechanger, wenn wir Parallelitäten abbauen und Fixpunkte in der Versorgung schaffen«, sagte Jürgen Graf. Das deutsche Gesundheitssystem müsse dringend effizienter werden. »Es wird weniger geben müssen, als wir heute haben. Das heutige System ist nicht mehr leistbar. Auch wenn die Ansprüche stetig steigen, werden wir uns reduzieren müssen.«