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Corona-Schnelltests

Patientenschützer fordern staatliche Prüfung von Antigentests

Patientenschützer verlangen geprüfte Angaben zur Zuverlässigkeit von Corona-Schnelltests. Bisher verlasse man sich dabei allein auf die Angaben des jeweiligen Herstellers, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur.
dpa
PZ
23.11.2020  11:20 Uhr

Die Zuverlässigkeit von Corona-Schnelltests soll durch eine staatliche Prüfung sichergestellt werden, das fordert der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Derzeit seien lediglich die Angaben der Hersteller als Qualitätskriterium verfügbar. «Deshalb muss der Bundesgesundheitsminister dafür sorgen, dass sofort staatlich anerkannte, unabhängige Labore die Qualität evaluieren,« verlangt Brysch. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass Tests minderer Qualität zum Einsatz kommen - schließlich könne schon ein einziges falsches Testergebnis mehrere Todesfälle zur Folge haben.

«In den letzten Wochen ist die Zahl der Anbieter von Schnelltests explodiert», so Brysch. Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) werden Antigentests zum Nachweis von Sars-CoV-2 aufgelistet, die laut Herstellerangaben die Mindestkriterien erfüllen, die durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) festgelegt werden. Bis zum Freitag waren dort bereits mehr als 200 Produkte erfasst. «Dass Schnelltests rasche Ergebnisse über die Infektiosität liefern, ist unbestritten», sagt Brysch. «Jedoch sind die Ergebnisse nicht immer von gleicher Qualität.» Für Käufer wie Pflegeheime sei nicht zu erkennen und nicht prüfbar, ob die von den Herstellern gemachten Angaben tatsächlich stimmten. Brysch plädiert dafür, nur staatlich geprüfte Antigentests einzusetzen. Der Markt müsse geordnet, die Aussagekraft der Angaben gesichert werden. «Sonst wiegen sich die Tester in einer Scheinsicherheit», sagte er. «Ich habe da aus Patientensicht große Sorgen.»

Die neue nationale Teststrategie sieht vor, etwa in Pflegeeinrichtungen verstärkt Antigentests einzusetzen, vor allem um asymptomatische Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion aufzuspüren. Die Tests gelten allerdings als weniger zuverlässig als die PCR-Tests, die zur Erfassung von Neuinfektionen genutzt werden.

Auch die EU-Kommission sieht in schnellen Antigentests einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das Testen sei ein entscheidendes Werkzeug im Kampf gegen das Virus, hatte EU Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides gesagt. Die Brüsseler Behörde hatte am 18. November 2020 Empfehlungen für den Gebrauch der Antigentests vorgestellt. Demnach sollten sie unter anderem benutzt werden, wenn ein schnelles Erkennen Infizierter bei der Bewältigung eines Ausbruchs hilft oder eine regelmäßige Kontrolle nötig ist, etwa bei medizinischem Personal oder Pflegekräften in Altersheimen.

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