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| 01.10.2001 00:00 Uhr |
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Neuere Pille mit höherem
Thromboserisiko
02.10.
dpa. Die Antibabypillen der so genannten dritten Generation bergen ein höheres
Thromboserisiko als ihre Vorgänger. Insgesamt gesehen ist die Bildung von
gefährlichen Blutgerinnseln jedoch recht selten. Zu diesem Ergebnis
kommen breite Analysen der Europäischen Agentur für die Beurteilung von
Arzneimitteln (EMEA), die das Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (BfArM) in Bonn vorstellte. Für Frauen, die zurzeit
ein solches Verhütungsmittel einnähmen und gut vertrügen, bestehe kein
Grund, die Einnahme auf Grund der Befunde abzubrechen. Das Risiko einer
gefährlichen Beinthrombose, die zu einer Lungenembolie führen kann, sei
bei Pillen-Einnahme aber niedriger als während einer Schwangerschaft.
Nach den Studien treten bei der Vorgängerpille der zweiten Generation 20
Fälle dieser Thrombose pro 100. 000 Frauen-Anwendungsjahre auf. Bei der
dritten Generation seien es 30 bis 40 Fälle. Bei 100. 000
Schwangerschaften gebe es im Schnitt 60 Fälle. In der Regel gebe es bei
99,95 Prozent der Frauen, die ein Jahr lang solche Antibabypillen einnähmen,
keine ernsthaften Probleme. Als schwerwiegende, jedoch seltene
Nebenwirkung seien venöse Thromboembolien sowie Herzinfarkt und
Schlaganfall bekannt. Die betreffenden Pillen der dritten Generation
enthalten laut BfArM mindestens 20 Mikrogramm Ethinylestradiol kombiniert
mit Desogestrel oder Gestoden. Pillen der zweiten Generation enthalten
weniger als 50 Mikrogramm Ethinylestradiol und unter den weiteren künstlichen
Hormonen meist Levonorgestrel.
Kritik an
Arbeitgeber-Vorstoß
02.10.
dpa. Der Vorstoß von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt zur Reform der
Krankenversicherung ist auf heftigen Widerstand bei
Arbeitnehmerorganisationen und dem Sozialverband VdK gestoßen. Die
stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer warnte vor der
geforderten Aufteilung in Grund- und Wahlleistungen. Damit werde des
medizinisch Notwendige "nur noch den Besserverdienenden"
zukommen, sagte sie der Chemnitzer "Freien Presse" (Dienstag).
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD
(AfA), Ottmar Schreiner, erklärte, an der paritätischen Finanzierung der
Krankenversicherung dürfe nicht gerüttelt werden. Engelen-Kefer sagte
weiter, mit der Begrenzung der Kassenleistungen und einer Ausweitung der
finanziellen Beteiligung der Versicherten ließen sich die Defizite im
Gesundheitswesen nicht beheben. Der Präsident des Sozialverbandes VdK,
Walter Hirrlinger, warf den Arbeitgebern vor, sich mit dieser Initiative
aus dem seit Jahrzehnten geltenden solidarischen Versicherungssystem
"herausstehlen" zu wollen. "Wir werden alles tun, damit das
nicht zu Stande kommt", kündigte der VdK-Präsident an.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hatte am Montag unter anderem
gefordert, Kuren, Fahrtkosten und Zahnersatz sollten nicht mehr von den
Kassen bezahlt werden.
CropScience an Bayer
verkauft
02.10.
dpa. Der milliardenschwere Verkauf der Pflanzenschutzsparte des
Aventis-Konzerns an die Bayer AG ist unter Dach und Fach. Für den Erwerb
der CropScience muss Bayer, einschließlich übernommener
Verbindlichkeiten, einen Kaufpreis von 7,25 Milliarden Euro (14,1
Milliarden DM) zahlen. Mit den Eigentümern Aventis und Schering seien
entsprechende Verträge unterzeichnet worden, teilte Bayer mit. Schering hält
24 Prozent an dem Pflanzenschutzhersteller und erwartet aus dem Verkauf
1,5 Milliarden Euro. Für Bayer ist die Übernahme von CropScience die größte
Akquisition in der Firmengeschichte. Mit einem Geschäftsvolumen von rund
7 Milliarden Euro wird Bayer weltweit zu einem führenden Anbieter in der
Agrochemie aufsteigen. CropScience macht mit 15. 300 Beschäftigten rund 4
Milliarden Euro Umsatz. Nach Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden
rechnen Bayer und Schering voraussichtlich im ersten Quartal 2002 mit der
rechtlichen Übernahme der Geschäftsaktivitäten und damit dem Abschluss
des Vorhabens. Finanzieren wird Bayer den Erwerb von CropScience mit
Fremdmitteln, eine Erhöhung des Eigenkapitals sei nicht erforderlich.
Nach dem Erwerb von CropScience wird der Bayer-Konzern voraussichtlich
4000 Arbeitsplätze abbauen. Diese Zahl nannte Bayer-Vorstandschef Manfred
Schneider am Dienstag in Leverkusen. Das wären zwischen 15 und 18 Prozent
der Belegschaft des neuen Agro-Unternehmens. Den Abbau von weiteren 4000
Stellen hatte Bayer bereits im Zuge eines Restrukturierungsprogramms angekündigt.
Außerdem sollen 1250 Arbeitsplätze im Pharma-Bereich dem Rotstift zum
Opfer fallen.
Verbund
apothekernaher Pharmagroßhändler stärken
01.10.
PZ. Der Verbund der apothekernahen Pharmagroßhändler Anzag, Sanacorp und
Noweda muss im Rahmen der kartellrechtlichen Möglichkeiten weiter gestärkt
werden, fordert der Vorstand der Andreae Noris Zahn AG (Anzag). Damit
reagiert er auf die abschlägige Entscheidung des Bundeskartellamts auf
den Mehrheitserwerb der Sanacorp an der Anzag. Dies sei angesichts der
aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen und angekündigten
Kostensenkungsmaßnahmen im Arzneimittelbereich wichtiger als je zuvor.
Vorstandsvorsitzender Horst Trimborn sagte, dass das derzeit von der DG
Bank gehaltene Anteilspaket, auf das die Sanacorp eine Kaufoption besitzt,
auf jeden Fall in der Hand der Apotheker oder ihrer Partner bleiben muss:
"Aus dem Verbund der apothekernahen Großhändler darf kein Glied
herausgebrochen werden. Dies würde die Position der Apothekerschaft in
Deutschland nachhaltig schwächen und damit die unternehmerischen
Handlungsspielräume der Apotheken dauerhaft einschränken." Die
Anzag bedauere die Entscheidung des Kartellamtes und wiederhole die
Forderung nach einem Dialog zwischen allen Beteiligten. Die drei Pharmagroßhändler
Anzag, Sanacorp und Noweda, die sich direkt oder indirekt mehrheitlich in
Apothekerbesitz befinden, hätten in Deutschland zusammen einen
Marktanteil von 37 Prozent. Über 13 000 der 21 500 selbstständigen
Apotheker seien Anteilseigner von einem oder mehreren dieser Großhändler,
die zusammen einen Unternehmenswert von rund 1,5 Milliarden DM repräsentieren.
Trimborn: "Die starke Marktposition dieses Verbundes sichert den
deutschen Apothekern den Einfluss auf die Strukturen der
Arzneimitteldistribution. Die Sicherung und Stärkung dieses Verbunds ist
die effektivste Maßnahme zum Beispiel gegen Apothekenketten, wie sie
andere deutsche Großhändler im Ausland schon betreiben." Die
Apothekerschaft erwarte offensichtlich, dass die Anzag ihre apothekernahe
Ausrichtung beibehalte und die Kooperation mit den beiden anderen
apothekernahen Großhändlern intensiviere, so Trimborn. (ea)
Kassen sollen nur das
Nötigste zahlen
01.10.
dpa. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) lehnt
den jüngsten Plan von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zur
Senkung der Arzneiausgaben der Kassen ab. Sie bekräftigte vielmehr ihre
Forderung nach Begrenzung der Leistungen der Krankenkassen und Ausweitung
der Eigenvorsorge. Kuren, Fahrtkosten und Zahnersatz sollten nicht mehr
von den Kassen bezahlt werden, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt am
Montag in Berlin. Korrigiert werden müsse auch die Finanzierung des
Mutterschaftsgeldes durch die Kassen. Diese Forderung hatte Schmidt erst
am Wochenende zurückgewiesen. Insgesamt sehen die Arbeitgeber ein
Einsparvolumen von 40 Milliarden Mark (20,5 Milliarden Euro). Damit könnten
die Beitragssätze auf unter zwölf Prozent gesenkt und der
Arbeitgeberanteil auf höchstens sechs Prozent gesetzlich festgeschrieben
werden. Notwendig sei nach dem Muster der Altersversorgung eine ergänzende
private Zusatzversicherung. Ein Sprecherin des Gesundheitsministeriums
wollte zu den Empfehlungen inhaltlich nicht Stellung nehmen. Sie verwies
auf die von Schmidt einberufene Gesprächsrunde zur Reform der
Gesetzlichen Krankenversicherung. Dort würden alle Vorschläge "hin
und herbewegt und berücksichtigt." Der nächste Termine für diesen
"Runden Tisch" ist im Dezember.
Schlechte Ernährung
lässt Darmkrebszahlen steigen
28.09.
dpa. Darmkrebs-Erkrankungen sind bei Frauen in Deutschland mit einem
Anteil von fast 17 Prozent die zweithäufigste Tumor-Todesursache nach dem
Brustkrebs. Bei Männern führen sie nach dem Lungen- und Prostatakarzinom
mit gut 14 Prozent an dritthäufigster Stelle zum Tod. Die Zahlen nannte
Professor Dr. Michael Schoenberg (München) am Freitag beim
Herbstsymposium zur Behandlung von Magen-Darmkrebs-Erkrankungen in München.
Ursachen seien nach dem derzeitigen Erkenntnisstand ungesunde Ernährungsgewohnheiten
wie Fast-Food, rohes Fleisch, scharfe Speisen und unregelmäßiges Essen.
Auch in die Nahrung gelangte chemische Produkte könnten krebsfördernd
wirken. Chronische Entzündungen der Darmschleimhaut seien ein zusätzliches
Krebsrisiko. Durch eine bessere Früherkennung könnten nach Schoenbergs
Angaben die meisten Todesfälle verhindert werden. Der Wissenschaftler
kritisierte, dass die einfache Früherkennung von Darmkrebs durch so
genannte Stuhlbriefchen viel zu wenig genützt werde. Dabei hätten die
Chirurgen schonende Operationsverfahren, durch die ein künstlicher
Darmausgang auf Dauer meist verhindert werden könnte.
Neues Antibiotikum
28.09.
dpa. Erstmals seit mehreren Jahrzehnten hat in Deutschland ein
Antibiotikum einer völlig neuen Wirkstoffklasse die Zulassung erhalten.
Das Medikament Zyvoxid (Linezolid) werde am 1. Oktober auf den Markt
kommen, teilte das Unternehmen Pharmacia GmbH in Erlangen am Donnerstag
mit. Es solle vor allem zur Behandlung von Klinik-Patienten mit Lungenentzündung
oder schweren Infektionen der Haut- und Weichteile dienen. Bei dem
Wirkstoff des neuen Medikamentes, Linezolid, handele es sich um den ersten
Vertreter der Oxazolidinone als gänzlich neuer Klasse von Antibiotika,
hieß es weiter. Sie stellten die erste wirkliche Innovation unter den
antibiotisch wirksamen Substanzen seit 35 Jahren dar. Klinische Studien an
mehr als 4000 Patienten sowie Therapieerfahrungen mit rund 80 000
Patienten in den USA und in Großbritannien belegten die Wirksamkeit von
Zyvoxid auch gegen Erreger, die bereits gegen andere Antibiotika resistent
seien, erläuterte die Pharmacia GmbH. Im Allgemeinen sei das Mittel gut
verträglich. Die Nebenwirkungen ähnelten jenen von vergleichbaren
Antibiotika. Am häufigsten seien von den Patienten milde und zeitlich
begrenzte Formen von Durchfall, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen
genannt worden. Das neue Antibiotikum unterbricht die Eiweißsynthese der
Bakterien bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt. In den USA war der
Wirkstoff bereits im April vergangenen Jahres zugelassen worden. Wie
amerikanische Wissenschaftler im Juli im Fachjournal "Lancet"
(Bd.358, S. 207) berichteten, traten bei einem Patienten bereits
Resistenzen gegen das neue Antibiotikum Linezolid auf.
Plötzlicher
Kindstod: Viren als Auslöser?
27.09. dpa. Für einige
Fälle des bisher unerklärlichen plötzlichen Kindstodes können nach
Untersuchungen von Bonner Forschern Viren verantwortlich sein. Ein Team
habe in jedem fünften untersuchten so gestorbenen Säugling Hinweise auf
Viren entdeckt, die eine Herzmuskelentzündung auslösen, teilte die
Universität Bonn mit. Die Wissenschaftler um Reinhard Dettmeyer hatten
Herzgewebeproben von 60 unerwartet gestorbenen Säuglingen überprüft.
Die virale Herzmuskelentzündung sei mikroskopisch erst zwei bis drei Tage
nach der Infektion nachzuweisen, berichtete die Universität. Da die Babys
aber anscheinend schon kurz nach der Infektion sterben, habe man bislang
nichts Entsprechendes bemerkt. Die Forscher fanden im Herzgewebe das
Erbgut von Coxsackie-Viren und vom Parvovirus B19. Zumindest aus der
Coxsackie-Gruppe sei bekannt, dass die Viren Herzmuskelentzündung
hervorrufen.
DocMorris will
Angebot ausbauen
27.09. PZ. DocMorris
will in Zukunft mehr Arzneimittel anbieten. Ab dieser Woche will die
niederländische Internet-Apotheke nach eigenem Bekunden rund 95 Prozent
aller ärztlichen Verordnungen "eins zu eins ausführen".
Erreicht werden soll dies über eine "intensiviere Zusammenarbeit mit
dem deutschen Großhandel und Direktbelieferung durch die pharmazeutische
Industrie. DocMorris sieht sich als Opfer eines Komplotts. Allein der
Lieferboykott der deutschen Pharmagroßhändler habe das Unternehmen zu
einem Rosinenpicker gemacht. Marketing Direktor Jens Apermann forderte das
Bundesgesundheitsministerium auf, diesem Boykott entgegenzuwirken. Er sei
ein "eklatanter Verstoß gegen die europäischen
Wettbewerbsbedingungen". Den Gesinnungswechsel kommentiert DocMorris
freilich nicht. Noch im vergangenen Jahr hatte Apermann auf einer
Veranstaltung in Neuss erklärt, dass die Konzentration auf profitable
Segmente und damit Rosinenpickerei das Grundprinzip des Versandhandels
sei. Erst später kam DocMorris zu der Einsicht, dass es wenig opportun
ist, diese Position offensiv zu vertreten. (dr)
Ultraschall
gegen Tumor und Thrombose
27.09. dpa. Die Ultraschall-Technik
soll Patienten mit Tumoren und Thrombosen neue Therapiemöglichkeiten
bieten. Während Ultraschall bisher ausschließlich zur Diagnose
eingesetzt wurde, könnten jetzt mittels neuer Geräte erstmals auch
Behandlungen durchgeführt werden, sagte Professor Robert-Matthias Goerig
am Rande des 25. Ultraschallkongresses der deutschsprachigen Länder in Nürnberg.
Bei Thrombosen könnten mittels eines niederfrequenten Ultraschalls die
Blutgerinnsel zerstört und so eine medikamentöse Behandlung durch
blutverdünnende Mittel unterstützt werden, sagte der Präsident des
europaweit größten Ultraschallkongresses. Über ein zusätzliches herkömmliches
Ultraschall-Gerät könne zugleich der Ort des Eingriffs angepeilt und
dessen Erfolg überwacht werden. "Das ist eine sehr elegante Methode,
Thrombosen aufzulösen", sagte Goerig. "Sie tut nicht weh, kann
Medikamente teilweise einsparen und gegebenenfalls eine Operation
vermeiden." Auch bei Patienten mit inoperablen Krebserkrankungen der
Leber oder der Nieren könnten die Tumore mittels Ultraschallwellen
verkleinert werden. Das Gewebe um den Tumor herum bleibe dabei intakt.
"Das funktioniert, weil die gesunden Zellen eine höhere Widerstandsfähigkeit
haben als die Tumorzellen." Die Methode berge gerade bei der
Tumortherapie allerdings noch verschiedene Risiken. So sei der Abtransport
des zerstörten Gewebes kaum steuerbar, zudem könne es zu Blutungen
kommen. "Die Anwendung ist noch nicht ausgereift", betonte der
Mediziner.
Sport bewegt Körper
und Geist
26.09. PZ. Körperliche
Aktivität fördert auch die geistige Beweglichkeit. Das konnte eine
US-amerikanische Arbeitsgruppe um Kristine Yaffe in einer Untersuchung mit
fast 6000 Alten- und Pflegeheim-Bewohnerinnen über 65 Jahre beweisen. Die
Damen waren zu Beginn der Studie nicht dement und wurden über sechs bis
acht Jahre mit speziellen Kognitiv-Tests untersucht. Sie dokumentierten
selbst Art und Häufigkeit ihrer sportlichen Ambitionen. Diejenigen, die
den stärksten Bewegungsdrang an den Tag legten (Gartenarbeit, Treppen
steigen, Tanzen, Spaziergang, Tennis), profitierten geistig am meisten.
Bei ihnen war das Risiko, geistig abzubauen, um 26 Prozent niedriger als
bei den Frauen, die es beschaulicher bevorzugten. Dabei war es egal, wie
schweißtreibend die Tätigkeiten waren. Andere mögliche Einflussfaktoren
wie Rauchen oder Estrogensubstitution haben die amerikanischen Statistiker
berücksichtigt. Der Effekt ist somit allein der Bewegung zuzuschreiben.
Verantwortlich könnte der erhöhte cerebrale Blutfluss sein, vermuten die
Wissenschaftler. (ew)
Lungenkrebs
bei Frauen nimmt zu
26.09. dpa. Die Zahl der
Lungenkrebsfälle bei Frauen steigt und könnte nach Ansicht des Arztes
Nikolaus Konietzko bald den Brustkrebs als Krebs-Todesursache Nummer eins
ablösen. Immer mehr Frauen rauchen, sagte Konietzko, Präsident des Europäischen
Atemwegs-Kongresses, in Berlin. In Deutschland waren 1997 nach einer
Statistik des Robert Koch-Instituts 14,3 von 100.000 Frauen an Lungenkrebs
gestorben. 1990 waren es noch 11,5. Zwei Studien zeigen laut Konietzko,
dass die Sterblichkeitsrate nach der Diagnose bei Frauen niedriger ist als
bei Männern. "Ein Jahr nach Diagnosestellung leben noch 69 Prozent
der Frauen, aber nur noch 36 Prozent der Männer", erläuterte
Konietzko. Unklar bleibt jedoch, ob Frauen früher zum Arzt gehen als Männer.
Von seiner Abteilung für Pneumologie der Ruhrlandklinik Essen waren 233
Frauen und 698 Männer mit Diagnose Bronchialkrebs beobachtet worden. Eine
weitere auf dem Kongress präsentierte Studie aus Brasilien unterstützte
die Aussagen von Konietzko. Unter den in der Sao Lucas-Klinik (Porto
Alegre) behandelten 31 Männern und 14 Frauen mit Lungenkrebs im Frühstadium
lebten Frauen länger. Von den Frauen lebten nach fünf Jahren noch 75
Prozent, von den Männern nur 37 Prozent. Referent Jose Miguel Chatkin
sagte, Hormone könnten eine Rolle spielen.
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