Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Nachrichten

Datum 07.02.2005  00:00 Uhr

  Novartis schielt auf Hexal
07.02. dpa. Der Pharmakonzern Novartis erwägt einem Zeitungsbericht zufolge die Übernahme des Generika-Herstellers Hexal. Es würden Gespräche mit dem Ziel einer Übernahme der gesamten Gruppe oder strategischer Teile «in welcher Form auch immer» geführt, berichtete die «Welt» (Montagausgabe) unter Berufung auf Finanz- und unternehmensnahe Kreise. Auch wenn sich die Verhandlungen nicht mehr im Anfangsstadium befänden, könnte ein Scheitern nicht ausgeschlossen werden. Hexal-Chef Thomas Strüngmann hatte der «Welt» am Samstag allerdings mehrere Optionen für die Nachfolge-Regelung im Unternehmen bestätigt, dazu gehöre auch ein Verkauf. Ein Börsengang sei aber derzeit auf Eis gelegt. Er sei zwar weiterhin eine Option, betonte Strüngmann, würde aber im Moment nicht weiter verfolgt. Durch eine Übernahme der Nummer zwei auf dem deutschen Generika-Markt würde Novartis dem Bericht zufolge zum Branchenprimus vor Ratiopharm aufsteigen und die strukturellen Defizite seiner eigenen Generika-Tochter Sandoz lösen.

Ulla Schmidt: Hausarztmodelle schneller umsetzen
07.02. dpa. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) geht die Einführung der mit der Gesundheitsreform 2003 beschlossenen Hausarztmodelle nicht schnell genug. "Es gibt noch immer viel zu wenige dieser Modelle. Im Gesetz steht, dass jede Krankenkasse eine Hausarzt-zentrierte Versorgung anbieten muss", sagte Schmidt der "Berliner Zeitung" (Montag). Bislang hätten nur die Barmer Ersatzkasse ein bundesweites und die AOK Sachsen-Anhalt ein landesweites Hausarztmodell auf den Weg gebracht, bedauerte Schmidt. Zudem gebe es "erste einzelne" Hausarztverträge in den Regionen. Das Hausarztmodell der Barmer, an dem auch die Hausapotheken beteiligt sind, stößt schon vor dem offiziellen Start auf großes Interesse. "Bereits jetzt haben sich einige Tausend gemeldet, obwohl die Listen erst von März an ausliegen", sagte Klaus Richter vom Vorstand in Düsseldorf. Es werde damit gerechnet, dass mindestens 1,4 Millionen der 5,4 Millionen Barmer-Mitglieder von Anfang an dabei sind.

Musik macht müde
07.02. Mit Musik lassen sich nicht nur Babys besser in den Schlaf wiegen, sie hilft auch älteren Menschen. Das berichten Forscher aus Taiwan in der Februarausgabe des britischen "Journal of Advanced Nursing" (Bd. 49, S. 234). Für die Studie hörten 30 Probanden westliche oder chinesische Entspannungsmusik vor dem Einschlafen. Sie schliefen schneller ein und berichteten über eine deutlich bessere Schlafqualität, wie Hui-Ling Lai von der Tzu-Chi-Universität in Taiwan schreibt. Die Probanden schliefen zudem länger und hatten tagsüber weniger Beschwerden. Auch die Herzschlag- und Atemfrequenz während der Nacht wurde ruhiger. An der Studie hatten 60 Großstadteinwohner im Alter von 60 bis 83 Jahren teilgenommen, die alle Schlafstörungen hatten und keine Medikamente dagegen nahmen. "Der Unterschied zwischen der Musik- und der Kontrollgruppe war signifikant", erläutert Hui-Ling Lai.

Schering gliedert Dermatologie-Geschäft aus
04.02. dpa. Der drittgrößte deutsche Pharmakonzern Schering will mit einer neuen Tochter das Dermatologie-Geschäft beleben. Auf dem Markt der Medikamente gegen Hautkrankheiten solle die Intendis GmbH bis Ende 2010 zu den weltweit zehn größten Firmen aufsteigen, kündigte Geschäftsführer Wolfgang Kehr am Donnerstag in Berlin an. Mit 200 Millionen Euro Umsatz lag die Schering-Dermatologiesparte im vergangenen Jahr auf Platz 19. Zudem soll mit der neuen Tochter die bislang erfolglose Suche nach Partnern vorangetrieben werden. Die Ausgliederung der Dermatologie-Sparte ist Bestandteil eines Wachstumsprogramms, das sich Schering im vergangenen Jahr verordnet hatte. Vorstandschef Hubertus Erlen will sich stärker aufs Kerngeschäft konzentrieren. Im laufenden Jahr soll Intendis bei einem Umsatz von 216 Millionen Euro einen Gewinn in einstelliger Millionenhöhe erwirtschaften. Vom nächsten Jahr an soll die Rendite dann bei 18 Prozent liegen. Die Marke von 250 Millionen Euro Jahresumsatz soll 2007 überschritten werden. Das Unternehmen hat weltweit mehr als 600 Beschäftigte. Am Sitz in Berlin sind rund 60 Mitarbeiter tätig, die größte Produktionsstätte befindet sich in Mailand. Bislang ist Intendis zu 100 Prozent im Besitz von Schering. Bei der Partnersuche ist der Konzern bereit, in eine Minderheitenposition zu gehen. Mittelfristig wird auch ein Verkauf für möglich gehalten. Zum Thema Börsengang sagte Kehr: „Das ist mittelfristig durchaus denkbar.“

Ärzte sollen bei Alzheimer kein Ginkgo verordnen
04.02. dpa. Ärzte sollten Alzheimer- und anderen Demenzkranken mehr moderne Medikamente statt Ginkgo-Mittel verordnen. Das geht aus den neuen Therapieempfehlungen hervor, die die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) am Donnerstag in Berlin vorstellte. Der Hauptautor der Leitlinie, Hermann-Josef Gertz von der Universität Leipzig, erklärte, moderne Antidementiva könnten den Krankheitsverlauf im Schnitt um ein Jahr verzögern. Die Wirksamkeit der häufig verabreichten Ginkgo-Präparate sei bislang hingegen nicht nachgewiesen. Gertz sagte, in der Neufassung der Therapieempfehlungen habe man zudem vor allem die zusätzliche Behandlung mit Antidepressiva und Neuroleptika aufgenommen. Dadurch sollen Depressionen und Verhaltensstörungen wie eine übergroße Aggressivität behandelt werden. AkdÄ-Geschäftsführer Heiner Berthold erklärte, die vorgelegten Leitlinien sollen den Vertragsärzten die „Grundlage für eine rationale Therapie“ liefern. Das Papier war zuletzt im Jahr 2001 aktualisiert worden und hatte bereits damals zum Einsatz von Antidementiva geraten.

Schweiz erlaubt Gewinnung embryonaler Stammzellen
04.02. In der Schweiz dürfen Wissenschaftler künftig aus überzähligen menschlichen Embryonen Stammzellen gewinnen und mit den Zellen forschen. Der Bundesrat verabschiedete ein entsprechendes Gesetz, das am 1. März in Kraft treten soll. In einer Volksabstimmung hatten sich Ende November mit mehr als 66 Prozent der Schweizer Wähler überraschend viele für das Gesetz ausgesprochen. In Deutschland ist die Forschung an menschlichen Embryonen verboten. Embryonale Stammzellen aus älteren Zellkulturen dürfen mit besonderer Genehmigung jedoch importiert und für Forschungszwecke genutzt werden. Das Gesetz in der Schweiz sieht die Verwendung von Stammzellen aus überzähligen Embryonen vor, die bei künstlichen Befruchtungen übrig geblieben sind. Die Stammzellforschung ist mit der Hoffnung verbunden, eines Tages schwere und bisher unheilbare Krankheiten wie Diabetes, Alzheimer oder auch Querschnittslähmungen besser behandeln zu können. Nach diesem Gesetz muss nun jedes Forschungsprojekt auf ethische und wissenschaftliche Kriterien hin geprüft und vom Bundesamt für Gesundheit bewilligt werden. Die Erzeugung eines Embryos zu Forschungszwecken bleibt verboten.

Hans-Günter Friese ist ABDA-Ehrenpräsident
03.02. ABDA. Hans-Günter Friese ist am Mittwoch in Berlin vom Gesamtvorstand der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mit großer Mehrheit zum Ehrenpräsidenten gewählt worden. Der 64-jährige stand von 1997 bis zum Dezember des vergangenen Jahres als Präsident an der Spitze der ABDA und hatte sich nach zwei Amtszeiten nicht wieder zur Wahl gestellt. „Mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten möchte der ABDA-Gesamtvorstand seinem Dank für Hans-Günter Frieses langjähriges, vorbildliches und unermüdliches Engagement für die Apothekerinnen und Apotheker sichtbaren Ausdruck verleihen“, sagte der neue ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf. Friese gehört seit 1972 dem Vorstand von ABDA und Bundesapothekerkammer (BAK) an. Fast zwei Jahrzehnte lang bekleidete er Spitzenämter auf Bundesebene – von 1984 bis 1994 als BAK-Präsident und von 1997 an als ABDA-Präsident. Seit 1981 ist er Präsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. 1996 erhielt Hans-Günter Friese für sein vielfältiges Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande. Seinem Amt in Westfalen-Lippe wird sich der Apotheker weiterhin mit voller Kraft widmen. Friese hat angekündigt, 2005 für eine mögliche siebte Amtszeit als westfälisch-lippischer Kammerpräsident zu kandidieren.

Seehofer übernimmt VdK-Vorsitz in Bayern
03.02. dpa. Der stellvertretende CSU- Vorsitzende Horst Seehofer übernimmt den Vorsitz beim Sozialverband VdK Bayern. „Ich mache es“, sagte Seehofer dem in Ingolstadt erscheinenden „Donaukurier“. Zuvor hatte der VdK-Landesvorstand dem Blatt zufolge Seehofer als Kandidaten für das vakante Ehrenamt nominiert. Die Wahl soll spätestens Ende März stattfinden. Vom VdK war am Donnerstag zunächst keine Bestätigung zu bekommen. Seehofer war im vergangenen Jahr wegen des Streits um die Gesundheitspolitik der Union als CDU/CSU-Fraktionsvize im Bundestag zurückgetreten. Als künftiger VdK-Landeschef will er sein Bundestagsmandat und den stellvertretenden CSU-Vorsitz behalten. Parteichef Edmund Stoiber hatte deutlich gemacht, dass dem nichts entgegensteht. Der VdK hatte Seehofer die seit September vakante Führungsposition angeboten. Bei einem ersten Treffen Mitte Januar hatte der frühere Gesundheitsminister grundsätzliches Interesse signalisiert, sich aber zunächst Bedenkzeit erbeten. Der VdK ist nach eigenen Angaben mit 1,4 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Der bayerische Landesverband ist mit fast einer halben Million Mitgliedern die stärkste Untergliederung.

Ulla Schmidt will Prävention verbessern
03.02. dpa. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will die gesundheitliche Vorsorge durch ein Präventionsgesetz deutlich verstärken. „Durch gezielte Prävention und Gesundheitsförderung ist es möglich, die Gesundheit, Lebensqualität, Mobilität und Leistungsfähigkeit nachhaltig zu verbessern und einen großen Teil der sonst erforderlichen Kosten zu vermeiden“, sagte Schmidt am Mittwoch in Berlin. Zuvor hatte das Kabinett ihren Gesetzentwurf beschlossen. Vorsorgemaßnahmen für Einzelne sollten in Kursen für Bewegung und gesunde Ernährung, Raucherentwöhnung und Rückenschulen bestehen, sagte Schmidt. Angebote solle es aber auch in Kindergärten und Schulen, in Betrieben und im kommunalen Bereich geben. In Senioreneinrichtungen könnten alte Menschen trainiert werden, Stürze zu vermeiden. Vorsorge solle die Entstehung chronischer Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf- und Rückenerkrankungen bremsen. Für die Behandlung von Rückenerkrankungen allein müssten die Krankenkassen jährlich rund 3,5 Milliarden Euro ausgeben. Die Kosten durch Arbeitsausfall seien dabei noch nicht mitgerechnet. Durch Vorsorge könnten die Ausgaben möglicherweise um 350 Millionen Euro gesenkt werden. Die Sozialversicherungen sollen nach Schmidts Plänen jährlich mindestens 250 Millionen Euro aufwenden.

Erste Anzeichen für Grippewelle in Deutschland
02.02. dpa. In Deutschland könnte in den nächsten Wochen eine Grippewelle ausbrechen. Die Viruszirkulation habe zugenommen, und vor allem in Süddeutschland sei die Zahl der Erkrankungsfälle deutlich gestiegen, sagte Andrea Grüber von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Mittwoch in Marburg. Besonders Kinder und Jugendliche hätten häufiger den Arzt aufgesucht. „Es wäre aber verfrüht zu sagen, dass wir am Anfang einer Grippewelle stehen.“ Menschen über 60 Jahre und chronisch Kranke sollten sich „ganz, ganz rasch“ impfen lassen, riet Grüber. „Es ist nicht abzusehen, wie die Entwicklung in den nächsten zwei Wochen verläuft - und so lange dauert es, bis sich der Impfschutz aufbaut.“ Nach AGI-Angaben hat sich die Grippe in Spanien bereits festgesetzt. Auch Portugal habe einen steilen Anstieg der Erkrankungszahlen gemeldet, berichtete die Grippe-Expertin.

Roche wächst schneller als der Weltmarkt
02.02. dpa. Der schweizerische Pharmakonzern Roche hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr auf 6,6 Milliarden Franken (4,26 Milliarden Euro) mehr als verdoppelt. Der Umsatz der weitergeführten Sparten sei in lokalen Währungen um 12 Prozent (in Franken um 9 Prozent) auf 29,5 Milliarden Franken und damit deutlich über dem Marktdurchschnitt gewachsen, teilte das Basler Unternehmen am Mittwoch mit. Auch im laufenden Jahr sei ein Wachstum über dem Weltmarkt geplant. „Wir haben die ehrgeizigen Ziele, die wir uns für 2004 gesteckt hatten, erreicht und einige sogar übertroffen», sagte Roche-Chef Franz B. Humer. Insgesamt stieg der Konzernumsatz in lokalen Währungen um 3 Prozent und stagnierte in Franken. Hintergrund ist der zwischenzeitliche Verkauf der Sparten Vitamin- und Feinchemikaliengeschäft sowie rezeptfreie Medikamenten. Roche konzentriert sich seither auf die Sparten Pharma (verschreibungspflichtige Medikamente) und Diagnostics. Der Kernbereich Pharma wuchs um 13 Prozent in Lokalwährung und 10 Prozent in Franken auf 21,7 Milliarden Franken. Zum Wachstum hätten vor allem Medikamente gegen Krebs und Viruserkrankungen beigetragen. Im Bereich Diagnostics betrug der Umsatz 7,83 Milliarden Franken (plus 6 Prozent in Franken).

BfArM soll Bundesagentur nach privatem Recht werden
02.02. dpa. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in eine Bundesagentur nach privatem Recht umwandeln. „Ziel ist es, durch die Umstrukturierung die Zulassungszeiten für neue Medikamente zu verkürzen und damit den Pharmastandort Deutschland für den europäischen Wettbewerb zu positionieren“, sagte Reinhard Kurth, kommissarischer Präsident der obersten Arzneimittelkontrollbehörde in Bonn, dem Berliner „Tagesspiegel» „(Mittwoch). Ein entsprechender Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums liege den beteiligten Ressorts zur Abstimmung vor. Die Änderung solle am 1. Oktober, spätestens aber am 1. Januar 2006 in Kraft treten. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Klaus Kirschner (SPD), befürchtet, dass die Arzneimittelsicherheit zu kurz kommen könnte, wenn das Amt, das künftig von den Gebühren der Industrie lebt, auch die Aufsicht über die Sicherheit der zugelassenen Arzneimittel behält. „Im Interesse der Patienten brauchen wir eine klare Trennung der Zulassungsbehörde von der Marktüberwachung“, sagte er dem Blatt. Der Bundesverband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) begrüßte dagegen die Umstrukturierung.

Barcelona: Cannabis aus der Apotheke
01.02. dpa. In der nordostspanischen Metropole Barcelona können bestimmte Patienten Cannabis künftig legal in der Apotheke erwerben. Dies sieht ein Pilotvorhaben vor, auf das sich die Behörden der Region Katalonien mit dem Madrider Gesundheitsministerium verständigt haben. Das Experiment ist nach Presseberichten vom Dienstag für Patienten bestimmt, die unter besonders schweren Krankheiten wie Aids, Krebs, Multipler Sklerose oder chronischen Schmerzen leiden. Sie sollen die Droge Cannabis, aus der Marihuana oder Haschisch gewonnen wird, in der Form von Kapseln in 60 Apotheken und 4 Krankenhäusern erhalten können. Die Kapseln mit dem Cannabispulver sollen Schmerzen Nebenwirkungen von Chemotherapien lindern. Für den Erwerb der Droge sollen die Patienten besondere Ausweise erhalten. Das Pilotprojekt soll sich auf ein Jahr beschränken. Auf die Zahl der teilnehmenden Patienten haben die zuständigen Behörden sich bislang noch nicht verständigt. In den Niederlanden hatte ein ähnliches Experiment nicht die erhofften Resultate gebracht. Der Verkauf von Cannabis in den Apotheken blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Vor allem Coffee-Shops und illegale Anbieter erwiesen sich auf Grund niedrigerer Preise als starke Konkurrenz für die Apotheken. In Deutschland ist der Verkauf von Cannabis verboten.

Kassen kritisieren Wegwerfmentalität
01.02. dpa. Die Hamburger werfen nach Ansicht der Krankenkassen zu viele Medikamente in den Müll. Im vergangenen Jahr seien mehr als drei Tonnen Arzneimittel bei der Stadtreinigung gelandet. „Der sorgfältige Umgang mit Medikamenten scheint schwer zu lernen zu sein“, sagte der Leiter der Hamburger Ersatzkassenverbände, Günter Ploß, am Dienstag. Er appellierte an die Versicherten, sich nur Medikamente verordnen zu lassen, die auch gebraucht würden. Wegwerfen schädige Beitragszahler und Kassen. Patienten können ihre alten Medikamente in Apotheken oder bei der Stadtreinigung abgegeben. Dort werden sie von einer Spezialfirma entsorgt. Ein großer Teil der nicht verbrauchten Medikamente wird allerdings nicht ordnungsgemäß entsorgt und landet im Hausmüll. So könnten Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Insgesamt endet nach Expertenschätzung jede fünfte Packung auf dem Müll - ein Verlust von jährlich mehr als vier Milliarden Euro deutschlandweit.

Verwaltungskosten der Kassen sinken
01.02. dpa. Das Bundesgesundheitsministerium wies darauf hin, dass in den Jahren 2001 bis 2003 - also vor Inkrafttreten der Gesundheitsreform - die Verwaltungsausgaben der Kassen um 4,1 Prozent pro Versicherten und Jahr angestiegen seien. Dagegen hätten die Sparvorgaben der Reform bis Ende September 2004 zu einem entsprechenden Rückgang der Verwaltungskosten um 0,6 Prozent geführt. „Das Gesetz gilt und wirkt auch in diesem Bereich“, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater.

 

 

© 2005 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa