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Ohrenschmalz
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Ohren putzen oder nicht – und wenn ja, wie?

Ohrenschmalz finden viele eklig und gehen ihm mit Wattestäbchen an den Kragen. Was dabei zu beachten ist, warum man stattdessen lieber zum Duschkopf greift – und wie viel Aufmerksamkeit die Ohren überhaupt brauchen.
AutorKontaktdpa
Datum 04.06.2026  11:30 Uhr

Wann können Wattestäbchen denn zum Problem werden?

In zwei Fällen raten die HNO-Ärzte aber klar von Wattestäbchen ab:

  • Bei einem verschlossenem Ohr nach dem Baden: Ist das Ohr nach dem Besuch von Freibad oder See länger verschlossen und kommt einem sehr voll vor, verkneift man sich den Griff zum Wattestäbchen besser. »Wenn man dann auch noch alles wie mit einem Pfeifenstopfer nach hinten schiebt, dann hat man verloren. Dann bleibt nur noch der Gang zum Facharzt«, sagt Bernhard Junge-Hülsing, der Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte in Bayern ist. Um Wasser im Ohr loszuwerden, rät Thomas Deitmer: »Auf einem Bein hüpfen oder den Kopf schütteln.«
  • Zur Reinigung von Kinderohren: Kinder- und Babywattestäbchen haben eine Verdickung. Die kann Bernhard Junge-Hülsing zufolge dafür sorgen, dass das Ohr Schicht für Schicht immer weiter vollstopft. Gerade bei Kindern funktioniert der Selbstreinigungseffekt außerdem so gut, dass Ohrenputzen gar nicht notwendig ist. Ausnahme: Manche Kinder neigen zu verstopften Ohren, wenn sie operiert wurden oder von Geburt an sehr enge Gehörgänge haben. Letzteres kann bei Kindern mit einem Down-Syndrom der Fall sein.

Wie kann man denn die Ohren reinigen, wenn man das Bedürfnis danach hat? »Eigentlich muss man gar nichts machen«, sagt Thomas Deitmer. Was man jedoch tun kann, vorausgesetzt, das Trommelfell ist intakt: den Duschkopf wie einen Telefonhörer halten und warmes Wasser ins Ohr laufen lassen. »Natürlich nicht volle Pulle wie bei einem Hochdruckreiniger.«

Wichtig ist, dass man das Wasser danach auch wieder aus dem Ohr herausbekommt. Auch hier gilt also: hüpfen oder Kopf schütteln.

Wie sinnvoll sind Ohrenhilfsmittel wie Sprays oder Kerzen?

Sprays sollen dabei helfen, das Ohrenschmalz besser zu lösen. Thomas Deitmer hält sie für überflüssig. »Die können auch nichts anderes, als dass sie Flüssigkeit in den Gehörgang pusten und das Ohrenschmalz aufweichen, damit man ihn manchmal besser ausspülen kann.« Nur, wenn das Schmalz so fest sitzt, dass es selbst von einem HNO-Arzt nur schwer zu entfernen ist, würden manchmal erweichende Tropfen benutzt, um die Reinigung zu erleichtern.

Einig sind sich beide Experten auch bei sogenannten Ohrenkerzen, die zu Reinigungszwecken in die Ohren gesteckt und angezündet werden. »Davor raten wir als Verband definitiv ab«, sagt Bernhard Junge-Hülsing. Zum einen sei die Wirkung dieser Kerzen zweifelhaft. Zum anderen sei die Gefahr groß, dass heißes Wachs in die Ohren gelange.

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