In zwei Fällen raten die HNO-Ärzte aber klar von Wattestäbchen ab:
Wie kann man denn die Ohren reinigen, wenn man das Bedürfnis danach hat? »Eigentlich muss man gar nichts machen«, sagt Thomas Deitmer. Was man jedoch tun kann, vorausgesetzt, das Trommelfell ist intakt: den Duschkopf wie einen Telefonhörer halten und warmes Wasser ins Ohr laufen lassen. »Natürlich nicht volle Pulle wie bei einem Hochdruckreiniger.«
Wichtig ist, dass man das Wasser danach auch wieder aus dem Ohr herausbekommt. Auch hier gilt also: hüpfen oder Kopf schütteln.
Sprays sollen dabei helfen, das Ohrenschmalz besser zu lösen. Thomas Deitmer hält sie für überflüssig. »Die können auch nichts anderes, als dass sie Flüssigkeit in den Gehörgang pusten und das Ohrenschmalz aufweichen, damit man ihn manchmal besser ausspülen kann.« Nur, wenn das Schmalz so fest sitzt, dass es selbst von einem HNO-Arzt nur schwer zu entfernen ist, würden manchmal erweichende Tropfen benutzt, um die Reinigung zu erleichtern.
Einig sind sich beide Experten auch bei sogenannten Ohrenkerzen, die zu Reinigungszwecken in die Ohren gesteckt und angezündet werden. »Davor raten wir als Verband definitiv ab«, sagt Bernhard Junge-Hülsing. Zum einen sei die Wirkung dieser Kerzen zweifelhaft. Zum anderen sei die Gefahr groß, dass heißes Wachs in die Ohren gelange.