| Daniela Hüttemann |
| 27.08.2026 15:00 Uhr |
Bei einer ausgewogenen Ernährung müssen meist nur Jod und im ersten Schwangerschaftsdrittel Folsäure supplementiert werden. / © Adobe Stock/alter_photo
Die Einnahme von Folsäure und Jod in der Schwangerschaft wird eindeutig empfohlen – aber richtig dosiert. Das bedeutet ab dem Kinderwunsch (mindestens vier Wochen vor der Empfängnis) und im ersten Schwangerschaftsdrittel 400 μg Folsäure täglich, bei ungeplanten Schwangerschaften 800 μg täglich. Folsäure ist ab dem zweiten Trimenon nicht mehr nötig. Jod soll über die gesamte Schwangerschaft mit 100 bis 150 μg supplementiert werden; Schwangere mit Schilddrüsenerkrankungen sprechen dies mit ihrem Arzt ab.
Veganerinnen wird eine Vitamin-B12-Einnahme empfohlen. Und falls ein nachgewiesener Mangel bei anderen Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen vorliegt, sollte dieser natürlich ausgeglichen werden. Mehr ist bei einer ausgewogenen Ernährung auch ohne Fisch und Fleisch nicht nötig.
Öko-Test hat nun 19 Präparate für Schwangere genau untersucht. Bei einem Produkt von Doppelherz überstieg dabei der gemessene Jodgehalt deutlich die deklarierte Menge. Dagegen lagen bei zwei anderen Produkten die gemessenen Folsäuregehalte deutlich unter dem, was drin sein sollte.
Bei einem Kombiprodukt sollen im ersten Trimenon zwei Kapseln, danach eine eingenommen werden, was dann eine zu geringe Jodzufuhr bedeutet, kritisiert Öko-Test weiter. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen – auch, was noch so enthalten ist. Getestet wurden Kombinationspräparate.
»Dabei stört uns nicht allein die Tatsache, dass vieles von dem, was die Hersteller in ihre Vitaminpräparate mischen, ohne ärztlich diagnostizierten Mangel und bei ausgewogener Ernährung gar nicht zwangsläufig nötig ist, sondern auch, dass teilweise bis zu sechs Nährstoffe pro Produkt überdosiert sind«, so das Verbraucherschutzmagazin.
Nur rund ein Viertel der getesteten Nahrungsergänzungsmittel halte die Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für alle enthaltenen Nährstoffe ein. Am häufigsten war Vitamin B6 überdosiert. Mehr als die Hälfte der untersuchten Präparate überschreite die Höchstmengenempfehlung von 6 mg Eisen pro Tag (wobei auch Eisen nicht generell in der Schwangerschaft auf eigene Faust supplementiert werden sollte). Neben den Inhaltsstoffen sind Öko-Test auch einige Hilfsstoffe wie Bindemittel, Füllstoffe und Süßungsmittel ein Dorn im Auge.
Summa summarum erhalten nur zwei Produkte ein »gut«, ganze 15 Produkte fallen mit einem »ungenügend« oder »mangelhaft« durch, darunter auch die Marken Orthomol, Femibion und Elevit.