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Apothekergenossenschaft

Noweda will selbst Botendienste anbieten

Apotheken können externe Botendienste von Noweda nutzen. Dies ist rechtlich abgesichert, kostet aber einen monatlichen Beitrag plus eine Pauschale pro Auslieferung, heißt es von Noweda auf Nachfrage der PZ. Der Service steht lediglich Mitgliedsapotheken zur Verfügung.
Charlotte Kurz
22.07.2020  16:58 Uhr
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Der Apothekenbotendienst hat insbesondere während der Coronavirus-Krise an Bedeutung gewonnen. Kunden nutzen vermehrt die bequeme Option, sich Medikamente nach Hause liefern zu lassen. Vor-Ort-Apotheken können diesen Service mit der pharmazeutischen Beratung einer Präsenzapotheke gut verbinden. Jetzt möchte die Apothekergenossenschaft Noweda den Apotheken bundesweit anbieten, den eigenen Botendienst sozusagen outzusourcen.

Das Prinzip funktioniert so: Die Noweda-Apotheken werden täglich bereits mehrmals von Noweda angefahren, um mit Medikamenten beliefert zu werden. Diese vorhandene Logistik soll auch für den Botendienst genutzt werden. Im Anschluss an die letzte Tour können die Fahrer Arzneimittel an die Apothekenkunden nach Hause liefern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Apotheke den Botendienstservice mindestens eine Stunde zuvor gebucht hat. Die Zustellung bei den Apothekenkunden erfolgt in der Regel abends zwischen 17 und 21 Uhr. Der Service steht allerdings nur für Noweda-Mitglieder und Kunden zur Verfügung.

Erstes Pilotprojekt seit Ende 2019

Bereits Ende Dezember 2019 nahmen fünf Apotheken, sowohl ländliche als auch städtische, in einem ersten Pilotprojekt teil. Die Offizinen unterschieden sich in der Größe, Filialverbund und in der Frage, ob sie bereits einen eigenen Botendienst etabliert hatten oder nicht.

»Bis Ende 2020 wird so gut wie jede Apotheke, die durch Noweda beliefert wird, die Möglichkeit haben, ihren Botendienst durch uns organisieren und ausführen zu lassen«, konstatierte Kevin Stobbe, Projektverantwortlicher und Betriebsleiter der Noweda-Niederlassung Gießen/Langgöns. Er zeigte sich zufrieden mit dem Pilotprojekt, das seinen Angaben nach sehr gute Ergebnisse gezeigt hat. Nach Abschluss des Pilotprojekts haben die teilnehmenden Apotheken den externen Botendienst übernommen.

Der Service wird im Rahmen eines Vertrags mit Noweda abgeschlossen, der monatlich gekündigt werden kann. Einen genauen Preis nennt die Genossenschaft aus Wettbewerbsgründen nicht, jedoch wird der externe Botendienst einen monatlichen Beitrag plus eine Pauschale pro Auslieferung kosten. Die Pauschale liegt dabei knapp unterhalb der Erstattung der Krankenkasse, die aktuell 5 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer pro Lieferort und Tag zahlt. Bei Noweda erfolgt die Abrechnung monatlich. Jede Apotheke muss den Beitrag leisten, auch bei mehreren Niederlassungen zählt jede Filiale als einzelne Apotheke. In Absprache mit den Apotheken werden Maximalradien für die Belieferung der Kunden nach Hause individuell festgelegt.

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