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Charité, UKE, LMU München

Noventi übernimmt Klinik-Geschäft von AvP

Der apothekereigene Dienstleistungskonzern Noventi übernimmt einen Teil des insolventen Rechenzentrums AvP. Der Insolvenzverwalter Jan-Philipp Hoos teilte am heutigen Mittwoch nach einer Sitzung des vorläufigen Gläubigerausschusses mit, dass das Abrechnungsgeschäft mit den etwa 300 Klinikapotheken an Noventi geht. Laut Noventi geht es um ein Rezeptvolumen von 3 Milliarden Euro.
Benjamin Rohrer
14.10.2020  17:00 Uhr

Laut der Mitteilung soll der Apotheken-Dienstleistungskonzern Noventi mit Sitz in München voraussichtlich ab dem 1. November 2020 dieses Geschäft übernehmen. »Wir freuen uns sehr, dass der vorläufige Gläubigerausschuss dem Vertrag mit Noventi zugestimmt hat«, betonte der vorläufige Insolvenzverwalter Jan-Philipp Hoos. »Hierdurch können wir einen wichtigen Geschäftsbereich von AvP erhalten und den Kunden eine langfristige Perspektive mit einem strategischen Partner bieten.« Hermann Sommer, Vorstandsvorsitzender der Noventi, erklärte: »Ich bin erfreut, dass wir den Krankenhaus-Apotheken, die eine große Gläubigergruppe bilden, künftig einen sicheren Abrechnungsweg bieten können.« Die AvP-Beschäftigten, die bislang die Krankenhaus-Apotheken betreut haben, können laut Mitteilung »in weiten Teilen« zu Noventi wechseln.

Einer Noventi-Mitteilung zufolge beträgt das Rezept-Abrechnungsvolumen dieser AvP-Sparte etwa 3 Milliarden Euro. Damit werde der Betrieb von 50 Prozent aller Apotheken der Krankenhäuser Deutschlands sichergestellt. Der Apotheken-Dienstleistungskonzern übernehme 22 AvP-Mitarbeiter, hieß es weiter. Laut Noventi sind unter den Kunden namhafte Uni-Kliniken wie die Berliner Charité, das Hamburger UKE und die LMU München.

Hoos: Klinik-Geschäft konnte gerettet werden

Im Gegensatz zum Apotheken-Abrechnungsgeschäft konnten die Krankenhaus-Abrechnungen bei AvP erhalten werden. Im Interview mit der PZ hatte Hoos erst kürzlich erklärt, dass man auch viele Kündigungen von Krankenhausapotheken erhalten habe. »Allerdings ist es für die Kliniken unter anderem wegen Software-Verknüpfungen wohl deutlich schwerer das Rechenzentrum zu wechseln.« Deswegen sei man mit den Kliniken trotz Kündigungen im Gespräch geblieben und habe ein Modell zur Fortführung diskutiert, das für die Krankenhausapotheken rechtssicher sein soll, »nicht zuletzt weil die weiteren Zahlungen von Kostenträgern auf Treuhandkonten getrennt von der Insolvenzmasse abgewickelt werden sollen«, so Hoos. Schon im PZ-Interview hatte Hoos angekündigt, dass man für diesen Unternehmensbereich nach einem Investor suche.

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