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Neuer Gehaltstarifvertrag

Notdienst-Zuschläge steigen um bis zu 69 Prozent

Die Apothekengewerkschaft Adexa und der Arbeitgeberverband (ADA) haben einen neuen Gehaltstarifvertrag für Apotheken-Angestellte ausgehandelt. Bei einem genaueren Blick in die neuen Gehaltstabellen fällt auf, dass insbesondere die Zuschläge für Notdienste in allen Berufs- und Jahresgruppen teils erheblich angestiegen sind.
Benjamin Rohrer
10.01.2022  14:00 Uhr

Am vergangenen Freitag wurde bekannt, dass sich die Adexa und der ADA überraschenderweise auf einen neuen Gehaltstarifvertrag geeinigt haben, der bereits seit dem 1. Januar dieses Jahres gilt. Ausgangspunkt der beiden Tarifparteien war die Ankündigung der Ampel-Koalition, den Mindestlohn schnellstmöglich auf 12 Euro pro Stunde zu erhöhen. Noch ist kein entsprechendes Gesetz in den Bundestag eingebracht worden – und trotzdem haben Adexa und Ada teils große Sprünge in den Monatsgehältern vereinbart. So bekommen PKA in allen Berufsjahresgruppen pro Monat 225 Euro mehr – insbesondere in den ersten Berufsjahren entspricht das einem Plus von rund 12 Prozent. Aber auch die anderen Apothekenberufe profitieren: In allen Berufsgruppen und Jahresgruppen gibt es pauschal 200 Euro brutto pro Monat mehr Geld. Die PZ hatte die Tabelle mit den neuen Monatsgehältern bereits veröffentlicht.

In ihrer Mitteilung hatten Adexa und ADA am vergangenen Freitag auch angegeben, dass die Notdienst-Zuschläge steigen – allerdings noch keine konkreten Zahlen dafür angegeben. Nun sind die neuen Nacht- und Notdienstzuschläge aber in den offiziellen Gehaltstabellen bekannt. Und es zeigt sich, dass die Verhandlungspartner insbesondere in diesem Bereich auffällig große Sprünge vereinbart haben.

Von 85 auf 144 Euro pro Nachtdienst-Schicht

Demnach ist insbesondere der Gehaltssprung in den Nachtdienstzeiten (zwischen 22.00 und 8.00 Uhr am Folgetag) besonders groß: Während Apotheker im 1. Berufsjahr hier im vergangenen Jahr 85 Euro pro Schicht bekamen, sind es nun 120 Euro. 2023 soll es dann sogar 124 Euro für diese Gruppe geben. Auch in den anderen Jahresgruppen steigen die Nachtdienst-Zuschläge entsprechend: Bislang erhielten Apotheker unabhängig von der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit pauschal 85 Euro für Tätigkeiten zwischen 22 und 8 Uhr. Nun gibt es eine Staffelung, bei der Apotheker ab dem 11. Berufsjahr sogar mit 144 Euro zusätzlich entlohnt werden. Das entspricht einem Plus von rund 70 Prozent.

In der Notdienstzeit zwischen 18.30 und 22.00 Uhr fällt der Sprung etwas kleiner aus. Hier gab es – je nach Berufsjahr – zwischen 72 Euro und 88 Euro für Apotheker. Seit Januar 2022 liegen die Zusatzlöhne hier bei 77 bis 92 Euro. Am besten vergütet sind weiterhin Tages-Notdienste an Sonn- und Feiertagen (zwischen 8.30 Uhr und 18.30 Uhr). In dieser Zeit erhalten Apotheker – je nach Berufsjahr – seit diesem Jahr zwischen 230 und 276 Euro pro Schicht. Auch hier ist der Sprung nicht allzu groß ausgefallen.

Die anderen Berufsgruppen profitieren ebenfalls von höheren Notdienst-Zuschlägen. Auch für Apothekerassistenten, Pharmazieingenieure und Diplom-Pharmazeuten galt nämlich bislang die pauschale Vergütung von 85 Euro für Dienste zwischen 22 und 8 Uhr morgens. Und auch für diese Berufsgruppen gilt nun ein gestaffeltes Gehalt, das sich je nach Berufsgruppe und Jahresgruppe unterscheidet. Die Spanne liegt hier zwischen 95 und 105 Euro, ab 2023 liegt sie dann zwischen 98 und 108 Euro.

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