Derzeit leben schätzungsweise 8,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Die mittlere Zahl der Kinder pro Frau ist in den vergangenen Jahrzehnten jedoch weltweit deutlich zurückgegangen. / © Getty Images/Jon Feingersh Photography
Derzeit leben laut Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) rund 8,3 Milliarden Menschen auf der Erde – und es werden weiterhin mehr. Doch die Menschheit steuert auf einen Wendepunkt zu: Mitte der 2080er-Jahre wird die Weltbevölkerung nach derzeitiger UN-Prognose mit rund 10,3 Milliarden Menschen ihren Höchststand erreichen.
Deutschland wächst schon jetzt nicht mehr: Die Bevölkerungszahl sank zum Jahresende 2025 auf 83,5 Millionen Menschen. Das waren laut Statistischem Bundesamt 0,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Nettozuwanderung kann demnach das Geburtendefizit nicht ausgleichen.
Die mittlere Zahl der Kinder pro Frau sei in den vergangenen Jahrzehnten auch weltweit deutlich zurückgegangen: von vier Kindern Mitte der 1970er-Jahre auf derzeit etwa 2,2, erklärt Dr. Frank Swiaczny vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). Derzeit nehme die Weltbevölkerung trotzdem weiter zu, weil geburtenstarke Jahrgänge das Alter erreichten, in dem Frauen Kinder bekommen. Sobald die Anzahl potenzieller Mütter durch das sinkende Geburtenniveau zurückgehe, sinke mittelfristig auch die Zahl der Geburten.
Einfluss habe derzeit auch noch die weiterhin verbreitet steigende Lebenserwartung, sagt Swiaczny. »Immer mehr Menschen erreichen heute aufgrund besserer Lebensbedingungen und medizinischer Versorgung ein höheres Alter.«
Gegenwärtig verlaufe die Bevölkerungsentwicklung regional sehr unterschiedlich, so Swiaczny. Während Bevölkerungen vor allem in Afrika südlich der Sahara noch wachsen, sinken die Zahlen in vielen wohlhabenden Ländern in Europa, Nordamerika und Ostasien oder werden voraussichtlich bald schrumpfen. In 63 Ländern und Gebieten wie Japan, Russland und China ist die Bevölkerung nach UN-Angaben bereits geschrumpft. China könnte demnach bis zum Ende des Jahrhunderts sogar mehr als die Hälfte seiner heutigen Einwohnerzahl einbüßen.
Demgegenüber stünden 126 Länder, vor allem in Afrika südlich der Sahara und Teilen Asiens, die wohl bis mindestens 2054 weiter wachsen werden. In einigen dieser Staaten wie der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia werde sich die Einwohnerzahl zwischen 2024 und 2054 voraussichtlich sogar verdoppeln.