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Kopfschmerzen und Migräne

»Nicht jedes Analgetikum ist für jeden geeignet«

»Ich habe Kopfschmerzen und möchte Wirkstoff XY« – so kennen wir es häufig aus der Apotheke. Doch nicht immer muss der Patientenwunsch die beste Option für ihn sein. Apotheker sollten genauer nachfragen.
Christiane Berg
02.10.2020  13:00 Uhr

In Deutschland haben im letzten halben Jahr allein 30 Millionen Menschen an Kopfschmerzen gelitten. Der Erwerb eines freiverkäuflichen Schmerzmittels ist einer der häufigsten Gründe für den Besuch einer Apotheke und kann sich für das Apothekenpersonal als herausfordernde Beratungssituation erweisen. »Häufig äußern Betroffene lediglich einen Wirkstoffwunsch. Nur zu oft ist dieser Wirkstoff jedoch nicht die beste Option – zumal vielen Menschen zumeist gar nicht klar ist, unter welcher Art von Kopfschmerz sie leiden«, konstatierte Beate Löffler, Apothekerin aus Erlangen, auf einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis unter der Überschrift »Update Kopfschmerzen & Migräne«.

Die Pharmazeutin machte deutlich, dass es laut Erkenntnis nationaler und internationaler Kopfschmerzgesellschaften mehr als 200 Formen des Kopfschmerzes gibt. So werden unter anderem primäre, also Spannungs-, Migräne- oder Clusterkopfschmerzen, von sekundären, also durch Unfälle, Erkrankungen, Alkoholmissbrauch oder auch Medikamentenübergebrauch hervorgerufene Kopfschmerzen unterschieden.

Während der Spannungskopfschmerz beidseitig sowie dumpf, drückend oder ziehend ist und sich bei körperlicher Aktivität bessert, wird der zumeist einseitig auftretende Kopfschmerz bei Migräne überwiegend als pochend, pulsierend und klopfend beschrieben. Dieser geht zudem oftmals mit Sehstörungen, Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit einher und nimmt bei körperlicher Aktivität zu, erläuterte sie.

Wann und wie oft treten die Schmerzen auf? Liegen Grunderkrankungen vor? Werden weitere Medikamente eingenommen? Wie ist es um den Lebensstil bestellt? Zur Abgrenzung der diversen Kopfschmerzarten und somit Identifizierung der Art und Ursache der Beschwerden müsse das pharmazeutische Personal den Patienten genau befragen. »Nur so lässt sich unter den für die Selbstmedikation relevanten Wirkstoffen das am besten geeignete Schmerzmittel finden«, unterstrich die Referentin. Im Zweifelsfall ist der Patient an den Arzt zu verweisen.

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